Laut der bayerischen Verfassung sollen die Schulen „nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden“. Dieser Aufgabe kommt das Friedrich-Dessauer-Gymnasium durch vielfältige Aktionen im Bereich Gemeinschaft und Soziales nach.


  • Spurensuche in der dunklen Geschichte Deutschlands – Gedenkstättenfahrt der 9. Klassen

    Emotional anstrengend und sehr beeindruckend empfanden viele SchülerInnen der 9 Klassen den Besuch der Gedenkstätte KZ Dachau. Auf einem etwa dreistündigen Rundgang erkundeten sie den Gedenkort, auf dem sich zwei rekonstruierte Häftlingsbaracken, ein langgezogener sog. Bunker mit etwa 50 Häftlingszellen sowie eine Gaskammer und ein Krematorium befinden. Dabei erarbeiteten sich die SchülerInnen in dem von der Max Mannheimer-Stiftung organisierten Workshops den Alltag der Häftlinge und lernten viel über die Zeit des Nationalsozialismus. In Dachau wurde im Jahr 1933 das erste Konzentrationslager in Deutschland errichtet, das zunächst der Inhaftierung von politischen Gefangenen diente. Nach und nach kamen Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma oder auch Homosexuelle hinzu. Bis Kriegsende stieg die Zahl an Häftlingen auf insgesamt 200 000 an, von denen etwa 40.000 in Dachau ermordet wurden. Auch sowjetische Kriegsgefangene wurden nach Dachau gebracht. Auf dem nahe gelegenen SS- Schießplatz Herbertshausen wurden etwa 4 000 Rotarmisten exekutiert. Doch wie konnte es zu diesem unbeschreiblichen Verbrechen kommen? Wer trug schuld an diesem schrecklichen Kapitel deutscher Geschichte? Beschränkt sich die Schuld allein auf Wachmannschaften, Waffen-SS oder deutsche Wehrmacht? Trug nicht beispielsweise die Reichsbahn eine gewisse Verantwortung, indem sie zahlreiche Waggons und Lokomotiven zur Verfügung stellte? Inwiefern war die Bevölkerung, welche die Verbrechen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft mitbekam, aber wegsah, mitverantwortlich? In einem Workshop machten sich die SchülerInnen darüber Gedanken und diskutierten intensiv miteinander. Anhand verschiedener Quellen setzten sie sich mit den Biografien von Häftlingen auseinander und gestalteten dazu Plakate. Trotz des anstrengenden und auch emotional fordernden Programms hatten sie in der Herberge genug Zeit für sich als Klasse, lernten die MitschülerInnen der anderen Klassen besser kennen und freuten sich somit sehr über die erste gemeinsame Klassenfahrt seit langer Zeit. 
    Caterina Thielmann Vila (9b) und Steffi Schütze 

  • Yes, we played – erfolgreiche Teilnahme am Planspiel „Play the market“

    Claudi Di Tondo, Tizian Altrock und Simon Keitel sind auf dem Weg ins ganz große Geschäft und haben ihr Verständnis des existierenden „Wirtschaftsuniversums“ erfolgreich unter Beweis gestellt.

    Bei dem Wettbewerb „Play the Market“, dem größten betriebswirtschaftlichen Planspiel für SchülerInnen ab der 10. Jahrgangsstufe, ein vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderter Wettbewerb, schlüpften die drei Oberstufenschüler des P-Seminars „Planspiel“ unter der Leitung von OStR Spannl in die Rolle des Geschäftsführers und überahmen ein bestehendes Familienunternehmen, das hochpreisige Energieriegel vermarktet. Mit ihrem „biology bide“ konnten sie sich gegen 578 weitere Teams bayerischer Schulen durchsetzen und erreichten das Halbfinale, das am 24.-25.6. stattfinden wird.

    Innerhalb der Wettbewerbsperiode nahmen die Schüler an Mitarbeiterschulungen und unterstützenden Online-Seminaren (u.a. von Prof. Dr. Christian Langebaan) teil, in denen sie über Kaufpreise, Gewinnmaximierung und die Durchführung von Pressekonferenzen informiert wurden. Nach eigener Aussage haben die Schüler dabei über den Wirtschaftsunterricht hinausgehende Kenntnisse gewonnen und ihr betriebswirtschaftliches Verständnis, auch mit eigens konzipierten Excel-Tools, vertieft.Als Gewinn winkt eine Reise in die Wirtschaftsmetropole New York. Die Schulfamilie des FDGs drückt den Nachwuchswirtschaftlern, die sich durchaus vorstellen können beruflich in diesem Bereich Fuß zu fassen, für das Halbfinale die Daumen.

    Die Nachwuchswirtschaftler Tizian Altrock, Simon Keitel und Claudio Di Tondo bei der Pressekonferenz am FDG
  • Aktion Rote Bank – Schüler*innen setzen sich gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein

    Eine kleine Holzbank, tomatenrot angestrichen, steht am Dienstag, den 24.05. in der Pausenhalle des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums in Aschaffenburg. Im alltäglichen Trubel der Pause bildet sich eine kleine Menschenmenge um mehrere große Stellwände mit Plakaten und eben jene besagte rote Bank.

    Die rote Bank soll als Symbol gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen stehen. An diesem Dienstag darf sich jede und jeder mit ihrem oder seinem eigenen Statement gegen geschlechterspezifische Gewalt auf der roten Bank ablichten lassen und ein Zeichen setzen. Anschließend werden die auf Plakate geschriebenen Slogans an den Stellwänden gesammelt und aufgehängt. „Starke Männer achten Frauen!“ oder „Gewalt beginnt mit Sprache“ oder „Nein heißt Nein“ sind nur einige der selbstgewählten Statements aus der Schulfamilie.

    Initiiert wurde die Aktion „Rote Bank“ am FDG von mehreren Schülerinnen der Oberstufe, die in und außerhalb der Schule sexuelle Stereotype beobachteten. Als die jungen Frauen beschließen, etwas dagegen zu tun, kontaktieren sie gemeinsam mit einem Team aus Lehrer*innen die Organisation SEFRA. SEFRA ist ein Selbsthilfe- und Beratungszentrum für Frauen in Aschaffenburg, das jegliche Form von Hilfe für Frauen anbietet, die häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung oder Stalking erfahren haben. Auch SEFRA war sofort bereit an dem Projekt mitzuwirken. 

    Gemeinsam mit SEFRA entstand nun die Idee der Aktion Rote Bank. Ursprünglich kommt diese Idee aus Italien, wo 2014 in Turin die erste rote Bank stand. Die rote Farbe soll ins Auge stechen und steht sinnbildlich für das vergossene Blut bei sexueller und häuslicher Gewalt. 

    Nur ein paar Slogans aufzuschreiben und sich anschließend fotografieren zu lassen, war der Gruppe von Schülerinnen und Lehrkräften jedoch nicht genug. Zusätzlich gab es am Morgen des 24. Mai für einen Teil der Oberstufe einen Vortrag von Gaby Salner (SEFRA) zum Thema sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt unter Jugendlichen. Salner sprach über Grenzüberschreitung, erste sexuelle Erfahrungen, sexistische Vorurteile und warum bzw. wie es diese aufzulösen gilt. Außerdem veranstalteten Frau Kapraun und Herr Müller-Gebauer anschließend einen Workshop mit Schülerinnen und Schülern der 10. und 11. Klasse. Hier haben die Schüler*innen in mehreren Kleingruppen das Phänomen diskutiert, sich ausgetauscht und erste Ideen herausgearbeitet, wie auch die eigene Schule ein Ort mit weniger Sexismus und sexueller Belästigung werden könnte. 

    Dabei stellte sich schnell heraus, dass das Thema nicht nur komplex, sondern auch weitreichend ist. Was genau ist Gewalt, wo fängt sie an? Wie kommt ein solcher Umgang miteinander zustande? Und was kann man tun für mehr gegenseitiges Verständnis? Alles Fragen, die nicht nur die Frage der geschlechtsspezifischen Übergriffigkeit tangieren, sondern den zwischenmenschlichen Umgang miteinander generell in den Blick nehmen lassen.  

    Maßgeblich unterstützt wurde die Aktion außerdem von der Schulsozialpädagogin Sara Albert, den Ethiklehrerinnen Julia Grundner und Angela Pechtl und der Referendarin Patricia Diel, die sich tatkräftig und mit ganzem Herzen in die Aktion einbrachten.  

    Alles in allem ein erfolgreicher Tag für den Humanismus am Friedrich-Dessauer-Gymnasium. Trotzdem sollte erwähnt werden, dass solche Aktionstage nur dann nachhaltig sind, wenn die geäußerte Kritik auch im Herzen ankommt, wenn gegenseitiges Verständnis, ein Zugehen aufeinander und letztlich eine Veränderung folgen. Auch an Schulen existieren noch veraltete Rollenbilder, die Platz für Sexismus und sexuelle Belästigung schaffen. Diese Rollenbilder aufzulösen und somit dem Sexismus und der sexuellen Belästigungen den Platz zu nehmen, war allen Beteiligten ein großes Anliegen. Schule bietet hierfür, als Brennglas auf die Gesellschaft, einen guten Raum – und den Anfangspunkt für eine nachhaltige Veränderung. 

    Carlotta Hein, Q11

  • „Du sprichst aber gut deutsch!“
    Workshop des P-Seminars gegen Rassismus und Antisemitismus

    Wann beginnt Alltags-Rassismus? Was kann ich tun, wenn ich einen rassistischen Vorfall mitbekomme? Wie führe ich selbst durch einen Workshop?

    Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigte sich eine Gruppe interessierter SchülerInnen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 bei einem Workshop der Anne-Frank-Stiftung. Der Politologe Daniel Heinz von der Universität Potsdam war hierfür extra aus Berlin angereist, um mit uns diese Fragen zu diskutieren. Nebenbei lernten die SchülerInnen viele praktische Tipps und Methoden für eigene Workshops kennen, die sie demnächst selber mit jüngeren Jahrgängen durchführen werden. 

    Workshop des P-Seminars gegen Rassismus und Antisemitismus mit Daniel Heinz

    Begeistert war die Gruppe von den zahlreichen interaktiven Zugangsmöglichkeiten, die ihnen Heinz aufzeigte. So erfolgte eine Diskussion beispielsweise über die „Barometer- Linie“: Die SchülerInnen positionierten sich im Pausenhof auf einer gedachten Linie mit dem Polen JA und NEIN zu bestimmten Aussagen. „Findest du es diskriminierend, wenn der Abiball an einem wichtigen muslimischen oder jüdischen Feiertag stattfindet?“ – Viele SchülerInnen positionierten sich bei dieser Frage in der Mitte, weil sie unentschieden waren. Einiger zeigte sich die Gruppe bei dem Fallbeispiel, wenn ein Mädchen mit Kopftuch an der Supermarktkasse für ihre guten Deutschkenntnisse gelobt wird: Viele sahen dies überwiegend als Diskriminierung an. Im anschließenden Gespräch stellte sich heraus: Zwar sind solche Äußerungen gut gemeint, kommen beim Gegenüber aber nicht wirklich positiv an. Heinz verwendet hier das Bild, dass dir ständig jemand „auf die Füße tritt“: Es mag ohne Absicht sein, tut aber trotzdem weh. Vor allem, wenn es immer wieder vorkommt. 

    Genauso verhält es sich mit der oft gestellten Frage „Wo kommst du eigentlich her?“: Der Fragende will damit vielleicht echtes Interesse bekunden, der Befragte wiederum fühlt sich ausgegrenzt, weil er sich aufgrund eines ausländischen Namens oder einer „anderen“ Hautfarbe nicht als „Deutscher“ wahrgenommen fühlt. Man sollte also immer vorher überlegen, wie das Gesagte beim Gegenüber ankommen könnte. 
    Jeder gute Workshop hat ein „gutes Ende“:  Heinz schloss mit einer Courage-Übung ab, bei der es darum geht, eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln: Die Schüler*innen sollten einem schwarzen Klassenkameraden helfen, der im Bus stets als einziger aus seiner Gruppe vom Kontrolleur nach dem Ticket gefragt wird. Hier einigten sich die SchülerInnen: Es ist vor allem wichtig, NICHT zu schweigen oder wegzusehen. Dies wird als stummes Einverständnis mit dem „Täter“ aufgefasst. Vielmehr sollte man Solidarität mit dem Betroffenen zeigen. Beispielsweise indem man den Kontrolleur fragt, warum er immer nur den schwarzen Jungen kontrolliert. Oder notfalls gemeinsam als Gruppe aus Protest den Bus verlässt. 

    Haltung zeigen kann man aber auch beim Abiball: Den einfach so terminieren, dass er eben NICHT auf das Zucker- oder Chanukkafest fällt. Christen wollen sich ja schließlich auch nicht am Heiligabend entscheiden müssen zwischen der jährlichen großen Familienfeier oder der letzten Schulparty ihres Lebens.  

    Workshop-TeilnehmerInnen des P-Seminars „Aktiv gegen Rassismus“

    OStRin Schütze

  • Übergabe von Willkommensrucksäcken – gespendet vom Rotary Club Aschaffenburg

    v.l.n.r.:Hr. Richter (Schulleiter Friedrich-Dessauer-Gymnasium); Hr. Schemann (Rotary Club Aschaffenburg); die ukrainischen jungen Gäste des FDG, Fr. Bürgermeisterin Euler, Hr. Diwischek (Rotary Club Aschaffenburg), zwei Schülerinnen als Begleiterinnen unserer Gäste, Fr. Rank (Lehrerin Deutsch als Zweitsprache).

    Am vergangenen Mittwoch wurden Schulrücksäcke, die vom Rotary Club Aschaffenburg gespendet und von Frau Bürgermeisterin Euler überreicht wurden, den ukrainischen SchülerInnen am FDG übergeben. Die Beteiligten bedanken sich recht herzlich für die großzügige Spende!

  • Vortrag: „Häusliche Gewalt, insbesondere in den ersten Beziehungen“

    „In Deutschland wird jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt; etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexualisierter Gewalt durch ihren aktuellen oder durch ihren früheren Partner.“ (BMFSFJ, 2021).

    Um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen und die Schülerinnen und Schüler für die Thematik „häusliche Gewalt“ zu sensibilisieren, gab es am Freitag, den 08.04.2022 für die katholischen Schülerinnen und Schüler der Klassen 10a, b und d einem Vortrag von einer Fachkraft der Beratungsstelle für Frauen in Aschaffenburg „SEFRA e.V.“. Der Vortrag fand auf Einladung der Schulsozialpädagogin am FDG, Sara Albert und den zwei Lehrkräften, Frau Winkler und Frau Mierau statt.

    Im Vortrag konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, was häusliche Gewalt ist, welche Folgen häusliche Gewalt für die Opfer hat und bei welchen Stellen sich Betroffene in Aschaffenburg Hilfe holen können. Auch gab die Fachkraft von SEFRA e.V. den Schülerinnen und Schülern Informationen über das Thema „Gewalt in Teenager-Beziehungen“ und ging gezielt darauf ein, an wen sich Betroffene im Bedarfsfall wenden können.

    Wir danken SEFRA e.V. für die gute Zusammenarbeit und den interessanten Vortrag.

    Sara Albert

  • Mitmachplakataktion zum Weltfrauentag

    Vor dem Lehrerzimmer in der Pausenhalle wurde am 8.3.2022 eine „Mitmachplakataktion“ angeschlagen. Die SchülerInnen wurden aufgefordert, einen „Frauenpower“- oder auch „Männerpower“-Tee abzuholen, über eine geschlechtergerechte Gesellschaft nachzudenken und Gedanken dazu an die Pinnwand zu pinnen. Die Ideen von Jungen und Mädchen wurden so zusammengetragen.

  • „Meet a jew“ am FDG

    Im KZ Auschwitz, das die Sowjets am 27. 1.1945 befreite, sind eine Million Menschen getötet worden.

    Am 20.Januar 2022 ist es 80 Jahre her, dass sich hochrangige Verwaltungsbeamte bei Lachshäppchen und Kognak zu einer Konferenz am Berliner Wannsee unaufgeregt und geschäftsmäßig getroffen haben, um den Massenmord von Menschen jüdischer Herkunft zu planen. Verhüllend sprachen sie von der Deportation der Menschen an dem Platz ihrer Vernichtung in Zügen der Reichsbahn von „Einwaggonierung“.

     Obwohl diese Ereignisse schon ein Menschenleben lang her sind, belastet die Geschichte der Opfer und Täter ihre jeweiligen Nachkommen.

    In der Corona-Zeit glauben Menschen ihre Resignation und Aggression durch schiefe Vergleiche als Opfer stilisieren zu können. Ungeimpfte Menschen gehen mit dem Judenstern zu Demonstrationen oder tragen T-Shirts mit der Aufschrift „wir sind die neuen Juden“. Diese Relativierung des Holocausts verhöhnt die Opfer der Shoah.

    „Meet a jew“ am FDG

    Junge Deutsche jüdischer Herkunft haben sich in der Freiwilligenorganisation „Meet a jew“ zusammengeschlossen und besuchen Schulen. In dieser Woche kommen Alina und Diana zu uns ans Friedrich Dessauer Gymnasium zu den Ethikkindern der 6. Jahrgangsstufe.   In einer ganz besonderen „meet a jew-Stunde“ ist viel Raum um Fragen zu stellen. Durch das wertschätzende Miteinander ist die Basis für ein achtsames Wissen sammeln gelegt. Wir ordnen die Dinge dann richtig ein und haben eine wichtige Schutzschicht gegen Hass. Wir erkennen, dass Menschen, die Judentum abschätzig bewerten, Aggressionen aus anderen Bereichen auf Juden umlenken.  

    Durch diese Schutzschicht erfahren wir die Wärme einer Gemeinschaft, die respektvoll miteinander umgeht.

    StRin Grundner

  • Das neue Schülertutorenprogramm am FDG: Schüler helfen Schülern

    Seit dem Januar diesen Jahres ermöglicht das Förderprogramm gemeinsam.Brücken.bauen des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus die Umsetzung eines Tutorensystems, also eine Form der schulinternen Nachhilfe an unserer Schule. Insgesamt 25 TutorInnen aus den Jahrgangsstufen p9 bis Q12 bieten dabei in kleinen Kursen Unterstützung für einige unserer Unter- und Mittelstufenschüler in den Kernfächern an. Diese ehrenamtliche zusätzliche Arbeit wird vom Kultusministerium bezuschusst und stellt für SchülerInnen mit Bedarf und deren Familien ein kostenloses erweitertes Förderangebot dar. Dabei steht den TutorInnen jederzeit eine Fachlehrkraft als fester Ansprechpartner zur Seite, die die Ehrenamtlichen mit Rat und Tat unterstützen kann.

    In den insgesamt 30 meist wöchentlich stattfindenden Einheiten treffen sich die SchülerInnen der unteren Jahrgangsstufen mit ihrem Tutor/ihrer Tutorin nach der Schule in einem unserer Klassenzimmer. Organisiert und unterstützt wird das Programm von Frau Harnischfeger (vgl. Bild ganz rechts) und Frau Bayer (vgl. Bild ganz links).

    VertreterInnen des Schülertutorenprogramms freuen sich auf ihre Arbeit mit den SchülerInnen.

    Das Programm wird bis Ende Juli fortgesetzt, sodass eine kontinuierliche Begleitung durch das Schuljahr gegeben ist und ein vertrauensvolles Miteinander entsteht. Neben der Vertiefung der fachlichen Inhalte, haben die SchülerInnen die Gelegenheit, sich mit den älteren TutorInnen über (schulische) Probleme und Sorgen auszutauschen. Im Gegenzug erhalten die TutorInnen die Möglichkeit, das Grundwissen in ihren Fächern zu vertiefen und Einsicht in das Unterrichten zu bekommen. Dabei ist hier auch Organisationsgeschick gefragt: Termine, Zu- und Absagen werden von den TutorInnen mit den SchülerInnen und Eltern selbstständig organisiert, sodass hier ebenso wichtige Methodenkompetenzen für den Alltag ganz nebenbei ebenfalls ausgebaut werden. Unsere TutorInnen helfen mit viel Freude und Engagement den insgesamt über 80 angemeldeten TeilnehmerInnen dabei, Defizite in den Fächern zu schließen sowie das Erlernte zu festigen und damit auch das eigene Selbstbewusstsein zu stärken.

    StRin Harnischfeger

  • Cybermobbing-Workshops für alle Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe

    Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe von Kommunikationsmedien, beispielsweise über Smartphones, E-Mails, Websites, Foren, Chats und Communities.

    Cybermobbing –
    Workshop in Zusammenarbeit mit dem Café ABdate

    Cybermobbing hat verheerende Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche. Denn im Gegensatz zu Mobbing an der Schule besteht das Problem: Was einmal im Internet steht, lässt sich nicht mehr so leicht entfernen. Selbst wenn es gelingt, Fotos und Beleidigungen entfernen zu lassen, sind Opfer nicht davor geschützt, dass Andere die Inhalte gespeichert haben (z.B. via Screenshot) und diese wieder einstellen. Veröffentlicht ein Täter Kontaktdaten des Opfers wie z.B. Handynummer oder E-Mail-Adresse, kann das Opfer noch lange nach der Löschung der Daten unerwünschte Anrufe, SMS oder Mails bekommen.

    Das Internet macht Beleidigungen und Diffamierungen außerdem einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Während Mobbing in der Schule meist nur Täter und Opfer sowie das nähere Umfeld betrifft und zeitlich auf den Schultag begrenzt ist, sind Beleidigungen im Netz von Fremden einsehbar und können jederzeit abgerufen werden. Noch dazu erfahren Opfer nicht immer davon, dass Fotos oder Unwahrheiten im Internet verbreitet werden (vgl. BMFSFJ, 2022).

    Die Jugendinformations- und Medienfachstelle Café ABdate in Aschaffenburg ist u.a. Anlaufstelle für Betroffene und bietet zudem für Schulklassen Präventionsangebote an. In Kooperation mit der Schulsozialpädagogin am Friedrich-Dessauer-Gymnasium, Sara Albert, wurden die Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe für die Thematik sensibilisiert. Auch für die Eltern der Sechstklässler fand ein digitaler Informationsabend zum Thema Cybermobbing statt. Sowohl der digitale Elternabend als auch die Workshops in den einzelnen Klassen wurden von den Teilnehmenden sehr gelobt. Vielen herzlichen Dank an die Fachkräfte des Café ABdates für die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit.

    Bericht von Sara Albert, Schulsozialpädagogin