Erinnerungen sind für die Ewigkeit. Um viele positive Erinnerungen an die Schulzeit zu sammeln, ist das Friedrich-Dessauer-Gymnasium bestrebt, vielfältige Angebote, sei es durch Museumsbesuche, mehrfacher Schüleraustausch, Studienfahrten, Besuche zur Oper oder zu anderen außerschulischen Lernorten und externen Partnern anzubieten.


  • FDG meets Lena Gorelik

    In diesem Jahr finden in ganz Deutschland und auch in  Aschaffenburg zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, die darauf aufmerksam machen, dass auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands seit 1700 Jahre jüdische Menschen leben. Am 14.10. haben Schüler der 10., 11. und 12. Klassen zusammen mit Frau Grundner eine Lesung von Lena Gorelik besucht.

    SchülerInnen des FDGs

    Die 1991 in Sankt Petersburg geborene Schriftstellerin und Journalistin Lena Gorelik ist 1992 als sogenannter „Kontingentflüchtling“nach Deutschland gekommen. In großer Zahl reisten Menschen jüdischer Herkunft aus der ehemaligen Sowjetunion ein, die sich dieser Wurzeln aber gar nicht bewusst waren oder sie vielmehr ausstrecken konnten, weil jüdisches Leben in der UdSSR tabuisiert war. In Deutschland ist Lena Gorelik in einer Flüchtlingsunterkunft in Schwaben aufgewachsen. In ihrem autobiographischen Buch „Wer wir sind“ findet Gorelik Worte für das, was eigentlich schwer zu fühlen und auszudrücken ist:  Das Erleben der deutschen Wohlstandsgesellschaft, das Anderssein, das Ankommen und den Spalt, der sich zwischen ihr und ihren Eltern auftut. Dabei geht aus ebenfalls um die großen Empfindungen „Scham“ und „Schmerz“. Mit großer Stärke, Gelassenheit und viel Humor ging Gorelik nach der Lesung auf Fragen aus dem Publikum ein. Auch die Schüler des FDGs haben sich mehrfach zu Wort gemeldet und sich beeindruckt gezeigt.

  • Lektüreprojekt mit anschließender Exkursion ins Jüdische Museum Frankfurt

    Die Deutschkurse 11/2 und 11/6 haben sich in den letzten Wochen mit dem Lektüreprojekt „Geschichte in Bildern“ beschäftigt. Verschiedene Graphic Novels, Spiegelmanns „Maus“, Krugs „Heimat“, Hannah Brinkmanns „Gegen mein Gewissen“ und Nathan Shahams „drüben“, wurden arbeitsteilig unter der Fragestellung, inwiefern hier Erinnerungskultur betrieben wird, untersucht. Fragestellungen wie „An welches Ereignis wird gedacht? Warum wird es in nachfolgenden Generationen tabuisiert? Wie wirkt sich dieses Schweigen bzw. die Enttabuisierung auf die Familienbiographien aus?“ wurden eingehend analysiert. Die AutorInnen gingen jeweils autobiographisch vor und lüfteten die Täter- oder Opferrolle der Vorfahren im Holocaust, das Schicksal als durch vom Eisernen Vorhang geteilte Familie oder das Leiden an der Zwangsverpflichtung zum Wehrdienst. Es wurde also Biografiearbeit betrieben und dabei auch die eigenen Wurzeln angesehen.
    Da Spiegelmanns Auseinandersetzung mit seinem Vater, der Auschwitz überlebte, im Vordergrund stand, bot sich ein Besuch im absolut sehenswerten, neu eröffneten Jüdischen Museum in Frankfurt an. Hier haben die Schüler ausgestattet mit Fragen selbstständig an den Multimediastationen gearbeitet.

  • „Heute geht’s uns gut, heute ist ein toller Tag, denn wir spielen heute im Mädcheninternat“
    Jan Wagner mit Bobbin’B

    Der Auftritt von Boppin’B begeisterte aber nicht etwa nur an der Maria-Ward-Schule, sondern auch am 16. April 2021 am Friedrich-Dessauer-Gymnasium, wo die Band einen kraftvollen und mitreißenden Livestream aus ihrem Proberaum für die Schule online stellte. Dieses Konzert spielten die Rock’n’Roller exklusiv im Rahmen des Schüleraustausches mit Lettland, den OStR Jan Wagner gemeinsam mit OStRin Sonja Wilden ins Leben gerufen hat. Da so ein Austausch von der Begegnung lebt, musste in Pandemiezeiten auf digitale Alternativen umgestellt werden. Die fünf Musiker ließen sich nicht lange bitten, um eine solche Kulturbegegnung zu ermöglichen: Didi Beck (Bassist), Michi Bock (Sänger, Gitarist) Frank Seefeldt (Saxophonist), Golo Sturm (Gitarrist) und Thomas Weiser (Schlagzeuger) rockten mit Songs aus ihrem neuen Album und auch mit ihren groovigen Hit-Klassikern die digitale Bühne. Mit schwungvollen Rock’n’Roll Rhythmen schafften sie es, ein bisschen Normalität in einen Freitagabend zu bringen. Man fühlte sich an Zeiten erinnert, in denen ein Auftritt noch verschwitzt, eng an eng und mit tosendem Beifall möglich war.
    Der Auftakt „Take care of your hair“ stammte aus dem neuen Album (erschienen 2020), das während der Krisenzeit entstand und Vielversprechendes erahnen ließ. Anschließend nahmen sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit zu einem „Ausflug“ an die sonnige baltische Küste, von wo aus ihre Zuschauerinnen und Zuschauer aus dem Schüleraustausch live zugeschaltet waren. Weiter ging es mit tanzbaren Songs, die auch schon in den Charts liefen. „Devil’s Race“ beendete den Auftritt dann in gewohnt lebendiger Art und Weise. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten also wieder einmal in vollen Zügen Live-Musik genießen.
    Die lettischen und deutschen Schülerinnen und Schüler hatten dann noch Gelegenheit, Fragen an die Band zu stellen. Dabei erfuhr man, dass ein anfänglicher Anreiz für die Auftritte durchaus auch Freibier war, und keiner davon zu träumen gewagt hätte, mit Musik so erfolgreich zu sein, dass damit der Lebensunterhalt bestritten werden könnte. Auf die Frage nach dem Namen erklärten die Musiker, dass „Boppin‘ Bunny & The Be Bop Boys“, wohl der improvisierte Name für den allerersten Auftritt war. Als die Musiker aber merkten, dass es nicht bei diesem ersten Auftritt bleiben würde, überlegten sie sich einen kürzeren Namen, so dass Boppin’B entstand. Und heute kann die Band heute auf eine 36-jährige Geschichte zurückblicken.
    Dass Boppin’B diese außergewöhnliche Begegnung für unsere Schülerinnen und Schüler möglich gemacht hat, kann nicht genug gewürdigt werden. Wir bedanken uns deshalb ganz herzlich für den wunderbaren Auftritt und wünschen der „Scheißkapelle“ (so bezeichnen sich die Musiker bisweilen humoristisch selbst) weiterhin viel Erfolg. Hoffentlich wird es bald wieder echte Live-Konzerte mit ihnen geben!
    Sonja Wilden und Jan Wagner