Erinnerungen sind für die Ewigkeit. Um viele positive Erinnerungen an die Schulzeit zu sammeln, ist das Friedrich-Dessauer-Gymnasium bestrebt, vielfältige Angebote, sei es durch Museumsbesuche, mehrfacher Schüleraustausch, Studienfahrten, Besuche zur Oper oder zu anderen außerschulischen Lernorten und externen Partnern anzubieten.


  • Zehn Klassen des FDG auf Abschlussfahrt in Nürnberg

    10x Nürnberg = 10x Gemeinschaftsgefühl

    Gleich zehn (!) FDG-Klassen der Jahrgangsstufen 9plus und 10 konnten nach der lange Zwangs-Pause endlich wieder auf Klassenfahrt gehen. Statt ins quirlige Berlin ging es in das hübsche, beschauliche Nürnberg.  Dort erwartete sie eine bunte Mischung aus Kultur, Geschichte und gemeinsamer Freizeit. So besichtigten alle Gruppen die Überreste des NS-Reichsparteitagsgeländes auf dem Zeppelinfeld. Ansonsten entschieden die Klassen (weitgehend) selbst über ihr Freizeitprogramm: Manche entschieden sich für eine Führung durch die historischen Felsengänge oder die die mittelalterlichen Lochgefängnisse unter dem Rathaus. Andere besuchten das Germanische Nationalmuseum, die Sternwarte oder das Neue (Kunst) Museum. Gerüchte gehen um, dass eine Klasse sogar die Oper besucht hätte… 

    Viele SchülerInnen waren angenehm überrascht von der hübschen (komplett wiederaufgebauten) Altstadt. Beliebt waren auch die Wöhrder Wiese mit dem großen Biergarten und der City Beach auf der Insel Schütt, wo etliche SchülerInnen (endlich) ihre Salsa-Kenntnisse ausleben konnten. 

    Das Schönste an der Fahrt? Das war definitiv das Gemeinschaftsgefühl, das Miteinander in der großen Gruppe, das so mancher gar nicht mehr so richtig kannte… So könnte es weitergehen! Am liebsten wieder in Berlin! 

    Hier einige Stimmen zur Fahrt: 

    „Insgesamt hat uns die Fahrt sehr viel Spaß gemacht, auch wenn sie etwas kurz war. Gut war auch, dass die LehrerInnen uns viel Vertrauen geschenkt haben, so konnten wir viel die Stadt erkunden und die Klasse besser kennenlernen.“ 

    „Obwohl Nürnberg 500 000 Einwohner hat, gibt es ein Kleinstadt-Gefühl. Trotzdem hat die Fahrt sehr viel Spaß gemacht. Man findet sich dort schnell zurecht und fühlt sich wohl.“

    „Die Nürnberg-Fahrt war grundsätzlich sehr gut. Obwohl die Stadt nicht an Berlin rankommt, finde ich es deutlich besser als keine Klassenfahrt zu machen.“

    „Wir bekamen viel Freizeit und hatten die Möglichkeit, Erlebnisse mit anderen zu teilen, die wir unter der Aufsicht von Lehrern nicht gehabt hätten.“

  • „trotz alledem“- Ausstellungsbesuch der 9abc

    Die Ethikgruppe 9 abc besuchte am 25.5.2022 die Ausstellung „trotz alledem“, die derzeit im Stiftsarchiv gezeigt wird. Thilo Weckmüller hat nach Fotos von Widerstandskämpfern der NS-Zeit farbige Drucke angefertigt. Für die Farbigkeit der Kunstwerke habe er sich entschieden, weil er damit das Andenken der inzwischen alle verstorbenen Menschen in die Gegenwart holen wolle, sagt er. Den Schülerinnen und Schülern fiel der entschlossene Gesichtsausdruck der Portraitierten auf. Mathias Meyers gestaltete die Texte zu den Bildern. Er, der mit dem Aschaffenburger jüdisch- kommunistischen Widerstandskämpfer Peter Gingold und seiner Frau Ettie befreundet war, erzählte packend vom Mut der beiden. So nutzte das Paar eine Tasche, mit dessen präparierten Unterseite sie „ Nieder mit Hitler“ auf Frankfurter Straßen druckten. Peter Gingold war Teil der französischen Résistance. In Haft genommen, wurde er starker Folter ausgesetzt. Nach der Befreiung stellte er sich die Aufgabe den Wert von Freiheit und Demokratie eindringlich Jugendlichen zu vermitteln. Ein Plakat mit der Aussage einer anderen Widerstand Leistenden, Hildegard Schäfer, weist darauf hin, welche Aufgabe uns als Nachgeborenen zukommt. Hildegard Schäfer formuliert: „Wenn wir nicht mehr da sind, ist es an Euch, die Erinnerung wachzuhalten.“

    StRin Grundner

  • „Wo ist Emilia G.?“- ein Besuch im Staatstheater Darmstadt

    Am 28. 4. 2022 besuchte die 10e geschlossen und fast die Hälfte der 10f mit ihren Deutschlehrern Matthias König und Julia Grundner das Staatstheater Darmstadt. Herr König, der im Unterricht Lessings bürgerliches Trauerspiel „Emilia Galotti“ aus der Zeit der Aufklärung behandelt hat, hatte die Fahrt organisiert. Das gegebene Stück „Wo ist Emilia G.?“ verfremdet die eigentliche Handlung im Stil des modernen Regietheaters.

    Die Handlung spielt in der Gegenwart: im Staatstheater Darmstadt ringen der alternde Intendant und sein Dramaturg Marinelli um die richtige Besetzung für eine moderne Inszenierung von Lessings Klassiker. Es werden aktuellen Themen der Kulturszene behandelt: der Intendant stellt sich als autoritärer Choleriker heraus, der die Schauspielerin Orsina sexuell ausbeutet. Neben der #me-too-Thematik thematisiert das Stück die prekären Arbeitsbedingungen des Kulturbetriebs. Orsinas Arbeitsvertrag wird nämlich nicht verlängert.  er  Theaterleiter will „Realness“  ins Theater bringen, um die eigene  Leere und die der Zuschauer zu füllen und engagiert junge Frauen mit Migrationshintergrund für die Rolle der Emilia. Im Gespräch mit ihnen konfrontiert er die jungen  Schauspielerinnen mit stereotypen Vorurteilen über Menschen, die nicht weiß sind. Hier wird  über den Sinn von Kunst und Theater und Diskriminierung nachgedacht. Am Ende zerstören die Mädchen, die vom „alten weißen Mann“ genervt sind, das Bühnenbild und spielen einen gewalttätigen Mord am Theaterleiter nach. Das Theater dekonstruiert sich selbst.

    Und was sagen unsere Schüler: „Genau so ist es !“ (Aussage während der Intendant überlegt, wie die Leere des Menschen zu füllen mit „Realness“ zu füllen ist) „Danke, Herr König!“ (nach der Vorstellung).

    StRin Grundner

  • Besuch im Kirchnerhaus

    Der Kurs 12d6 hat am 16.12. die aktuelle Ausstellung im Kirchnerhaus Aschaffenburg, „die Badenden“, besucht. Während sich ein Teil der Gruppe von der Kuratorin Frau Dr. Schad im Kirchnerhaus führen ließ, konnte der zweite Teil den von Studierenden der  TH Aschaffenburg gestaltete  Kubus am Aschaffenburger Bahnhof erleben, der in die  Ausstellung integriert worden ist.

    Was hat es mit diesem Kubus, der später in Davos und Fehmarn, weiteren Lebensstationen von Ernst Ludwig Kirchner, zu sehen sein wird, auf sich?

    Der weltberühmte Expressionist Kirchner, Mitglied der Künstlerorganisation „die Brücke“, wurde in eben jenem „Haus am Bahnhof“ geboren, das wir besucht haben. Aus dem Ersten Weltkrieg kommt er 1916 krank zurück, er konnte den Krieg nicht aushalten. In Königstein begibt er sich deshalb in ein Sanatorium, wo er das Treppenhaus mit großflächigen Wandmalereien, die Badende darstellen, ausgestaltet. Dabei nutzt er sein berühmtes Kobaltblau. 1936 werden seine Bilder von den Nazis als „entartete Kunst“ bezeichnet. Die Malereien des Sanatoriums werden unwiederbringlich zerstört. Der Kubus am Aschaffenburger Bahnhof ist eine originalgetreue Nachbildung des Königsteiner Treppenhauses und ermöglicht ein sinnliches Eintauchen in Kirchners Kunst. 

    Die SchülerInnen interessierten sich in der Ausstellung  besonders für „psychedelisch“ anmutende Bilder aus Kirchners Spätwerk, die sie mit seinem Morphiumkonsum in Verbindung brachten. Frau Dr. Schad konnte uns brandneue Erkenntnisse über die Todesumstände Kirchners, der mit 56 Jahren mit zwei Kugeln im Herzen aufgefunden wurde, mitteilen. 

    StRin Julia Grundner

  • Häkellook, Peacezeichen und Buddhastatue – FDGler besuchen den Happy Hippie Jew Bus
    Der Happy Hippie Jew Bus

    Die Künstlerin Anna Adam und die KantorinJalta Rebling aus Berlin haben am 20.10.21 mit ihrem VW- Bus auf dem Aschaffenburger Schlossplatz Station gemacht. Der Bus ist mit allen Reminiszenzen an die 68- Zeit, die man sich denken kann, ausgestattet: Häkellook, Peacezeichen und Buddhastatue im Kofferraum. Damit haben sie sich vor zehn Jahren aufgemacht, weil sie das Gefühl hatten, „es gäbe Missverständnisse zwischen Juden und Deutschen“ zu klären. Mit der Botschaft der Hippies, die für Weltfrieden und interkulturelle bzw. interreligiösen Dialog eintraten, versuchen sie seitdem, ihren Beitrag zur Klärung dieses Missverständnisses zu leisten Und es gibt ihrer Aussage nach viel zu tun. Das P-Seminar von Frau Schütze und die Klasse 8f mit Frau Grundner haben dem HappyHippieJew – Bus einen Besuch abgestattet und neue Erkenntnisse gewonnen.