Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler der Lateinklassen 9ac und 9b in diesem Schuljahr erstmals intensiv mit lateinischer Originallektüre beschäftigt hatten, machten sie sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften Tatjana Wissel und Dominik Müller auf den Weg ins Römermuseum Obernburg. Mit ihren Eindrücken aus der Lektüre im Gepäck entdeckten sie dort das römische Alltagsleben aus einer neuen Perspektive.

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler der Lateinklassen 9ac und 9b in diesem Schuljahr erstmals intensiv mit lateinischer Originallektüre beschäftigt hatten, machten sie sich gemeinsam mit ihren Lehrkräften Tatjana Wissel und Dominik Müller auf den Weg ins Römermuseum Obernburg. Mit ihren Eindrücken aus der Lektüre im Gepäck entdeckten sie dort das römische Alltagsleben aus einer neuen Perspektive.

Das Römermuseum in Obernburg, auch als „Pompeji am Main“ bezeichnet, bewahrt zahlreiche eindrucksvolle Zeugnisse römischen Lebens und macht den Alltag in den römischen Provinzen anschaulich erfahrbar. Bei einer fachkundigen Führung durch Margit Kuhn, eine ehemalige Lehrerin am FDG, gewannen die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Lebenswelt am römischen Main. Besonders beeindruckend waren die zahlreichen Grab- und Weihesteine, die von den Lebensgeschichten konkreter Menschen erzählen. Die darauf angebrachten lateinischen Inschriften geben Auskunft über Herkunft, Familienverhältnisse, Berufe und militärische Laufbahnen der Verstorbenen beziehungsweise Stifter. Auch manche römischen Alltagsgewohnheiten sorgten für Staunen und Schmunzeln. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass die Römer zur Körperpflege Öl auf die Haut auftrugen und dieses anschließend mit einem Schabeisen zusammen mit Schmutz und Schweiß entfernten.

Nicht unerwähnt blieb das Nachleben vieler antiker Zeugnisse. Manche Funde gelangten in private Sammlungen oder größere Museen, während andere Grab- oder Weihesteine später als Baumaterial wiederverwendet wurden. An einem Exponat konnten die Schülerinnen und Schüler zudem die Spuren einer damnatio memoriae nachvollziehen – der gezielten Auslöschung der Erinnerung an eine Person durch das Entfernen ihres Namens. Auf diese Weise lernten sie eine Facette des römischen Umgangs mit der eigenen Vergangenheit kennen.

Bei einer Stadtrallye schlüpften die Schülerinnen und Schüler anschließend selbst in die Rolle von Ermittlerinnen und Ermittlern. In kleinen Gruppen gingen sie auf Spurensuche: Sie entschlüsselten Inschriften, untersuchten Grab- und Weihesteine und rekonstruierten das Leben des römischen Offiziers Lucius Petronius Florentinus.

Die Exkursion bildete einen gelungenen Abschluss des Schuljahres und ließ die Antike anhand originaler Fundstücke lebendig werden. Für die Lateinerinnen und Lateiner am FDG liegt das römische Erbe direkt vor der Haustür.

Dominik Müller