„Weh‘ mir, ich glaube, ich habe mich eingeschissen!“ [sagte er] – Ob er das gemacht hat, weiß ich nicht; so viel ist gewiss, beschissen hat er alles!“

Diese Zeilen wurden verfasst, um sich über einen unbeliebten Politiker so richtig lustig zu machen und sie stammen nicht von Jan Böhmermann, sondern wurden bereits in der Klassischen Antike verfasst. Lucius Annaeus Seneca heißt der römische Autor, sein Werk nennt sich Apokolokyntosis, was so viel bedeutet wie Verkürbissung – heute entspräche das dem „veräppeln“.

Mit genau diesem Werk setzten sich acht Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe des FDG am 28.02.2025 an der Universität in Würzburg auseinander – verbunden mit den Fragen:

Was hat es mit der Gattung der Satire auf sich? Und: Was darf Satire eigentlich?

Dabei ist dieses Genre eine ureigene Erfindung der Römer; keine von den Griechen adaptierte. Der jährlich stattfindende Schülertag der Alten Sprachen am Institut für Klassische Philologie richtet sich dabei dezidiert an interessierte Schülerinnen und Schüler. Einige Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe folgten dieser Einladung gerne und konnten, begleitet durch die Lateinlehrkraft StRin Wissel, in prägnanten Vorträgen und interaktiven Workshops die Vielseitigkeit dieser Literaturgattung entdecken. Darüber hinaus erwartete sie eine geführte Exkursion durch die antike Vasensammlung (ein besonderes Highlight) des Martin-von-Wagner-Museums. Als besonders attraktiv präsentiert sich dabei das Institut dadurch, dass es seinen Hauptsitz nach wie vor in der Residenz hat und viele Vorträge – wie auch am Schülertag – im durch seine Wandmalereien beeindruckenden Toskanasaal (errichtet Anfang des 19. Jahrhunderts) stattfinden. Wer aus der Klasse an diesem Februartag also mit dem Gedanken spielte, eventuell nach dem Abitur Latein oder Griechisch zu studieren, könnte das in Würzburg tatsächlich in einem UNESCO-Weltkulturerbe umsetzen, was die Residenz ja ist.

Wissel Tatjana