Latein einmal nicht zwischen Vokabelheft und Grammatikbuch, sondern dort, wo römische Geschichte tatsächlich geschrieben wurde: Begleitet von Studienrätin Tatjana Wissel und Studienreferendar Dominik Müller machte sich der Grundkurs Latein der K12 auf den Weg nach Mainz – oder besser gesagt: Mogontiacum.

Das Römische Theater in Mainz (alle Fotos zu diesem Artikel: Dominik Müller)

Latein einmal nicht zwischen Vokabelheft und Grammatikbuch, sondern dort, wo römische Geschichte tatsächlich geschrieben wurde: Begleitet von Studienrätin Tatjana Wissel und Studienreferendar Dominik Müller machte sich der Grundkurs Latein der Q12 auf den Weg nach Mainz – oder besser gesagt: Mogontiacum.

Latein einmal nicht zwischen Vokabelheft und Grammatikbuch, sondern dort, wo römische Geschichte tatsächlich geschrieben wurde: Begleitet von Studienrätin Tatjana Wissel und Studienreferendar Dominik Müller machte sich der Grundkurs Latein der K12 auf den Weg nach Mainz – oder besser gesagt: Mogontiacum.

Ganz ohne kleine Abenteuer verlief schon die Anreise nicht. Die Bahn erinnerte uns daran, dass Geduld eine Tugend ist – eine Eigenschaft, die vermutlich auch die römischen Legionäre gelegentlich brauchten. Nach der Ankunft begann unsere Führung am Rheinufer, genau dort, wo deutlich wird, warum die Römer diesen Ort auswählten. An der Mündung des Mains in den Rhein ließ sich nicht nur der Schiffsverkehr kontrollieren; von hier aus hatten die Legionen auch das rechtsrheinische Germanien im Blick. Unsere Stadtführerin erklärte anschaulich, welche strategische Bedeutung dieser Standort für Rom hatte und warum Mogontiacum zu einem der wichtigsten Militärstützpunkte nördlich der Alpen wurde.

Von dort führte unser Weg zum Römischen Theater. Mit Platz für rund 10.000 Zuschauer gehört es zu den größten römischen Theateranlagen nördlich der Alpen – einer von vielen Superlativen, denen wir an diesem Tag begegneten. Kaum vorstellbar, dass hier schon vor fast 2.000 Jahren Tausende Menschen zusammenkamen – ganz ohne Mikrofone, Lautsprecher oder Stadionbildschirme.

Nur wenige Schritte entfernt wartete bereits der Drususstein auf uns – das älteste erhaltene Römerdenkmal auf deutschem Boden. Beeindruckend war nicht nur sein Alter, sondern auch die Geschichte dahinter: Das Denkmal erinnert an den Feldherrn Drusus und verdeutlicht, welche enorme Bedeutung Mainz als Militärstandort im Römischen Reich besaß.

Unsere Stadtführerin verstand es dabei hervorragend, aus alten Steinen spannende Geschichten zu machen. Mauern wurden zu Zeitzeugen, Ruinen zu Schauplätzen römischer Geschichte, und plötzlich konnte man sich gut vorstellen, wie Legionäre, Händler und Reisende einst durch Mogontiacum zogen. Ganz nebenbei sammelten wir jede Menge erstaunlicher Fakten über das römische Mainz – und stellten fest, dass diese Stadt in Sachen Geschichte gerne in Superlativen denkt.

Nach zwei Stunden Antike hatten sich schließlich alle eine kleine Mittagspause verdient. In kleinen Gruppen zog es uns durch die Mainzer Altstadt – schließlich brauchen nicht nur Legionäre, sondern auch Lateinschüler ausreichend Proviant.

Mit vielen neuen Eindrücken und einer gehörigen Portion römischer Geschichte im Gepäck ging es am Nachmittag zurück nach Aschaffenburg. Unser Fazit: Veni, vidi, didici – Wir kamen, wir sahen und wir lernten. Oder, frei nach Caesar: Manchmal muss man den Unterricht einfach dorthin verlegen, wo Geschichte vor über 2.000 Jahren tatsächlich stattgefunden hat.

Tatjana Wissel