Von Omas, Mathematikern und David Hasselhoff: Erster Dessauer Dichterwettstreit

Das FDG hat in diesem Schuljahr ein neues Projekt ins Leben gerufen. Jedes Jahr haben unsere kreativen Köpfe der Jahrgangsstufen 8 bis 12 nun die Möglichkeit, ihre literarischen Potentiale zu zeigen und mit anderen in einem geistreichen Wettbewerb zu messen.

Das neue Angebot startete dieses Jahr in Erinnerung an Robert Gernhardt und Klaus Zehrer unter dem Motto „Bilde mal einen Satz mit…“, mit dem unsere AutorInnen sich an der seit Jahrtausenden beliebten Tradition der Wortspielerei beteiligten. Dafür brauchten sie eine gehörige Portion witziger Sprachgewandtheit, denn Aufgabe war es, in einem gereimten Gedicht ein Wort so zu verwenden, dass es seine ursprüngliche Bedeutung verliert. Doch damit nicht genug. Eine weitere Herausforderung bestand darin, komische Verse zu verfassen, also ein Gedicht zu schreiben, das seine LeserInnen erheitern soll, mindestens zum Schmunzeln, vielleicht sogar zum Lachen bringt.

Dass solche Sprachspielereien nicht nur bei den VerfasserInnen, sondern auch beim Publikum eine gewisse Denkflexibilität voraussetzen, spürt man schnell, sobald man die Gedichte liest, und auch darin liegt der besondere Reiz dieser Texte. Das kann auch die zehnköpfige Lehrerjury bestätigen, die die schwierige und natürlich dankbare Aufgabe hatte, aus den Einsendungen die am meisten gelungenen Gedichte auszuwählen. Besonders überzeugt haben dabei die Texte von Simon Prahl und Anna Rosin (beide Q12), Cara Damnitz (9f) und Michael Hein (Q12), die mit Buchgutscheinen prämiert werden.

Ich wünsche viel Freude beim Lesen der Gedichte, die wieder einmal auf beeindruckende Weise von den vielfältigen Talenten unserer Schülerschaft zeugen, und die Vorfreude machen auf die Beiträge im kommenden Jahr, die unter dem Thema Tierisch Menschlich stehen werden.

StR Dr. Dominik Banhold

Gedanke

Ich möchte‘ nicht schütteln deine Pranke

Ich brauch deine Nummer nicht

Ich mag nicht mal dein Gesicht

Ich denke nur: Bitte, gehdanke!

von Cara Damnitz (9f)

 

Über die Leichtigkeit der Mathematik: Logarithmus, Potenz

John Napier – genialer Mann mit Doktorhut,

war musisch völlig ahnungslos.

Doch log’a: „Rithmus, den hab ich im Blut!“

und stellt sich als Po-Tenzer bloß.

von Michael Hein (Q12)

 

Meerrettich

Bei Baywatch ich mich beworben,

Denn ich habe schonmal einen Mann im Meer geborgen.

David Hasselhoff uns alle verglich,

Und sagte: „Merkt euch eins: Merr rett ich!“

von Paulina Gaffal (Q11)

 

Irgendwo in Sachsen: griechisch

Freche Bengel lachen heimlich

Über Otto mit dem Fetisch.

Doch der alte Sack kräht kläglich

„Ihr kleinen Ratten, ihr! Euch griech‘ isch!“

von Mathias Gläser (Q12)

 

Unergründlich

Mein Bruder und ich:

Ich räume nie auf mein Zimmer

unergründlich wie immer.

Mein Bruder und ich:

Ich räume nie auf mein Zimmer

un’ er gründlich wie immer.

von Jakob Stanik (Q11)

 

Brief an die Omi in Zeiten von Corona: Alles Käse!

Halloumi,

Ist Obatzda? Und ist es Cheddar? Camenbert und Hilda?

Und Tilsiter immer noch so viel Sport und schickt er deinen Rockfort?

Habt ihr überhaupt die Adresse?

Bleu de Bresse: Immer nur Corona!

Viele Grüße Fontina und bis bald Oma!

von Anna Stock (9a)

Brüder Grimm – Altes neu entdeckt

bekannt. Jedes Kind kennt die Grimm`schen Märchen. Einige Informationen haben wir , der Q 11/ d6 – Kurs , aber noch zu erzählen. Wusstet Ihr, dass Jakob und Wilhelm in unserer Region, in Hanau und Steinau an der Straße, aufgewachsen sind und gelebt haben? Interessiert Ihr Euch dafür, dass diese Märchen z.T. französische Vorläufer hatten, wie das “Rotkäppchen”, z.T. aber auch in der Region gesammelt worden sind? Das “Schneewittchen-Märchen” geht auf reale Tatsachen im Spessart zurück, die Zwerge sind in Wirklichkeit Kinder gewesen, die aufgrund ihrer geringen Größe zur Arbeit in den niedrigen Stollen der örtlichen Bergwerke eingesetzt wurden.
Wir haben herausgefunden, dass die alliierten Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg das Märchen “Hänsel und Gretel” verbieten wollte, weil der dort vorkommende Ofen der Hexe an den Holocaust erinnere.
Wusstet ihr, dass die Gebrüder Grimm politisch engagiert waren und gegen den Verfassungsbruch des Königs von Hannover protestiert haben? Da sie daraufhin ihre Stelle an der Universität Göttingen verloren und sie in Geldnöten waren widmeten sie sich dem Projekt der Herstellung eines “Deutschen Wörterbuchs” und legten damit den Grundstein für die Germanistik.
Weitere Informationen findet Ihr hier:

Brüder Grimm Privat

Grimm Märchen

Plakat Brüder Grimm

Diskussion über das Leid im Syrischen Bürgerkrieg im Deutschunterricht der Q11

Im März 2021 jährt sich der Beginn des Syrischen Bürgerkrieges nun schon zum zehnten Mal und die globalen Folgen des Krieges, allen voran die Flucht und Vertreibung von Menschen, die auch in Deutschland um Asyl baten, dauern an. In Syrien selbst haben die Ereignisse dabei kaum von ihrem Schrecken verloren. Es ist daher nicht abwegig, sich auch im Deutschunterricht der Q11 mit der Thematik auseinanderzusetzen und StRin Julia Grundner nahm den Konflikt zum Anlass, Schülerinnen und Schüler, ausgehend von Schopenhauers philosophischem Leidbegriff und dem Film „Für Sama“ (2019), die Thematik diskutieren zu lassen. Sie stellte dazu die folgende Aufgabe:

Der Philosoph Arthur Schopenhauer, der sich mit dem Thema “Leid” philosophisch auseinandergesetzt hat, sagte:
Denn, daß Tausende in Glück und Wonne gelebt hätten, höbe ja nie die Angst und Todesmarter eines Einzelnen auf: und eben so wenig macht mein gegenwärtiges Wohlsein meine früheren Leiden ungeschehn. Wenn daher des Übeln auch hundert Mal weniger auf der Welt wäre, als der Fall ist: so wäre dennoch das bloße Dasein desselben hinreichend, eine Wahrheit zu begründen, welche sich auf verschiedene Weise, wiewohl immer nur etwas indirekt ausdrücken läßt, nämlich, daß wir über das Dasein dieser Welt uns nicht zu freuen, vielmehr zu betrüben haben;. – daß ihr Nichtsein ihrem Dasein vorzuziehen wäre.

Schreibt einen Fließtext mit Zitaten zur folgenden Frage:
Wie sollen wir unser Leben angesichts des fast ein Jahrzehnt währenden Bürgerkrieg in Syrien gestalten? Nehmt bitte unter Bezugnahme auf das Zitat Schopenhauers und die Filmquelle “Für Sama” persönlich Stellung!

Einige Reflexionen der Schülerinnen und Schüler folgen hier im Anschluss. Darüber hinaus gab es für diese auch die Möglichkeit, sich an einer Spendenaktion der Stadt Aschaffenburg für Flüchtlinge im griechischen Moria zu beteiligen, welche rege wahrgenommen wurde. So konnten im Namen der Q11 insgesamt 650 Euro an die Stadt, die zusammen mit dem Stadtjugendring diverse Hilfsorganisationen unterstützt, übergeben werden. Frau Grundners Initiative, globale Probleme unserer Zeit in den Deutschunterricht am FDG zu integrieren, kann somit in vielerlei Hinsicht als Erfolg bezeichnet werden. Einige der Reflexionen von Schülerinnen und Schülern des FDG sollen hier beispielhaft zur Lektüre zur Verfügung gestellt werden.

Paulina Gaffal
Der Syrienkrieg (2011-?)

Wie sollen wir unser Leben angesichts des fast ein Jahrzehnt währenden Bürgerkriegs in Syrien gestalten? Jeder Mensch hat das Recht auf Leben! Auf friedliches Leben, ohne Krieg, ohne Angst und ohne Unterdrückung. Auch in Syrien! Jeder sollte sich für eine Revolution einsetzen, denn diese „Revolution ist friedlich“ und führt zu Glück und Frieden. Es muss sich jetzt endlich mal etwas ändern, nur wie, wenn das „Regime die Prozesse leugn[et] … wenn die syrische Armee das Volk verrät“ … ja, es ist schon soweit gekommen, dass man keinem mehr vertrauen kann, dass man in täglicher Angst leben muss, hat denn die Welt nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt?! Muss ein Kind „nichts als Krieg“ erleben. Nein, das ist keine Kindheit, das ist kein lebenswertes Leben. Wir bekommen bei uns in Deutschland die Freiheit und dennoch schätzen es diverse Menschen, wie z.B. die Anhänger der AfD nicht und wollen uns ein Teil dieser geschenkten Freiheit nehmen, wo jedoch woanders die Menschen, die Bevölkerung von Syrien, „für [die] Freiheit kämpfen.“ Scheint das nicht alles so surreal? Ich sitze hier und schreibe friedlich diesen Aufsatz, während sich woanders Erwachsene, Jugendliche, Kinder… eine Welt wünschen „ohne Bomben.“ Von dieser, ja man kann schon sagen, anderen Welt, bekommt man hier in Deutschland nichts mit. Hier kann man sich so unfassbar glücklich schätzen, kein Leid erfahren zu müssen. Man kann natürlich sagen, dass „Tausende in Glück und Wonne“ leben, doch ist das eine Rechtfertigung dafür, denjenigen nicht zu helfen, die „Angst und Todesmarter“ fühlen müssen? Von so einem Leid und ständiger Angst umgeben zu sein, ist das dann noch lebenswert? Oder zieht man „Das nicht Dasein [dem] Dasein vor“?

Moritz Pieper
Die Philosophie des Leidens

„Alles Leben ist Leiden“, ein zunächst unverständliches Zitat, was sicherlich von einem pessimistischen oder sogar depressiven Menschen stammen muss. Dies trifft hier tatsächlich in gewisser Weise schon zu. Es kommt von Arthur Schopenhauer, ein Philosoph, der sich vor allem mit dem Thema Leid befasste und dies als Ausgangspunkt seines Lebens sah. Um dies von sich behaupten zu können, muss man viel Lebenserfahrung voraussetzen. Schopenhauer hatte im Alter von 17 Jahren schon mehr Erkenntnisse als die meisten Gleichaltrigen gesammelt. Er verglich den Jammer des Lebens, obwohl er noch keine gelehrte Schulbildung bekam, mit der Lehre des Buddha, was hier durchaus aufgrund der vier edlen Wahrheiten angebracht ist. Diese beginnen nämlich mit der Wahrheit vom Leiden.
Der Buddhismus besitzt außerdem in seinem Kern Erlösungslehren, was voraussetzt, dass diese Welt als leidvoll erkannt wird. Darüber hinaus, war es eindrucksvoll, wie Arthur Schopenhauer als eine der wenigen deutschen Philosophen das Leiden der Welt beschrieb. Krankenhäuser, Gefängnisse oder Schlachthäuser definiert er als finstere Behausungen des Elends, in welchen man sich vor den Blicken kalter Neugierde verkriecht. Er behauptet außerdem, dass Optimisten, die durch solche Einrichtungen geschickt werden, zuletzt auch einsehen werden, welche Art die beste aller Welten ist. Laut ihm die Anschauung des dauerhaften Leids. Wenn das Leben leidvoll ist, dann muss der Grund dafür in den Umständen des Lebens liegen. Schopenhauer war offensichtlich der Meinung, wie man schon an dem genannten Zitat „Alles Leben ist Leiden“ entnehmen kann, dass das Leben nur Leid und nie Glück bietet. Diese Annahme können sicherlich die Wenigsten, mich eingeschlossen, verstehen. Jeder hat auch in den unglücklichsten Phasen seines Lebens mal Glück gehabt und kann von sich behaupten, dass er nicht ausschließlich nur in Leid lebt. Selbst Menschen, die seit sie denken können, in Qual und Schmerzen leben, teilten auch schon einen erfreulichen Moment in ihrem Leben.
Nehmen wir als Beispiel mal die Einwohner Syriens. Diese leben schon seit Ewigkeiten unter der Kontrolle der diktatorischen Assad-Familie. Diese unterdrückt die Rechte der Menschen und möchte mit aller Kraft Syrien nach ihren Vorstellungen umformen. Im Film „Für Sama“ ist ein Dokumentarfilm, der von einer syrischen Frau vor Ort gefilmt wurde und sich mit der Situation der Syrier befasst. Seit dem die Studenten der Universität Aleppo eine Demonstration gegen das Regime in 2011 veranstalteten, versucht die Assad-Familie die Proteste der Freiheitskämpfer zu stürzen und mit aller Macht die Revolution zu verhindern. Der seither ausgebrochene Syrienkrieg versetzt das Leben der Menschen in Angst und Schrecken. Die Belagerung der Baath-Partei hat sich im Laufe der Jahre zu einem Stellvertreterkrieg um Machtverhältnisse entwickelt, in den Russland und Türkei involviert sind und Amerika bis Oktober 2019 involviert war. Das ist der Grund, weshalb die Lebensumstände in Syrien immer schlechter wurden. Die Einwohner sind seit dem Eintreten dieser wirtschaftlich stärkeren Länder unter ständigem Beschuss. Bombenangriffe, Blutbäder und Todesfälle gehört schon seit geraumer Zeit zum Alltag der Menschen. Städte wie Aleppo wurden vollständig geräumt und gleichen einer Geisterstadt.
Trotz des ganzen Terrors und des Wissens, dass der Tod an der nächsten Ecke lauert, versetzt es diese Menschen nicht in Trauer. Sie finden immer etwas, wie zum Beispiel ihre Kinder, mit denen sie, wenn auch nur kurz aus der dunklen Realität entfliehen können und ein Licht in Form von Glück sehen und Freude empfinden. Auch wenn Leiden einer der wichtigsten Etappen des Lebens ist, durch welches man auch in der Persönlichkeitsentwicklung extreme Fortschritte macht und Erfahrung sammelt, kann ich die Anschauung Schopenhauers nicht ganz nachvollziehen und denke, dass sich jeder Mensch, auch die die Tag für um ihr Überleben in Syrien kämpfen, nach Freude und Wohlbefinden sehnen und nicht unter dauerhaftem Einfluss des Leidens stehen wollen.

Pia Schloter
Laut dem Philosophen Arthur Schopenhauer, der sich mit dem Thema „Leid“ philosophisch auseinandersetzt, sollen die Menschen sich in ihrem Leben nicht freuen, wenn Menschen auf einem anderen Teil aufgrund von Krieg, Verfolgung etc. Leid erfahren müssen. Mit der Begründung „(…), daß Tausende in Glück und Wonne gelebt hätten, (…) ja nie die Angst und Todesmarter eines Einzelnen auf(höbe)“ verdeutlicht er nochmal seine Sichtweise. Wir, denen es gut geht, sollen ein „betrüb(tes)“ Leben führen aus Respekt gegenüber denen, die nichts für ihr Leid können. Ich stimme Schopenhauer nicht ganz zu.
Natürlich sollte man nicht wegsehen, wenn unschuldige Menschen auf der ganzen Welt Leid erfahren müssen. Im Gegenteil, man sollte definitiv mehr darüber aufklären und aufzeigen, wie die Umstände in anderen Teilen der Welt sind. Der Dokumentarfilm „Für Sama“, der hauptsächlich von einer syrischen Regisseurin gedreht wurde, ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Er zeigt das Leben in Aleppo während des syrischen Bürgerkriegs auf und dient quasi als Liebesbrief der Regisseurin an ihre Tochter Sama, die in dieser Zeit dort aufgewachsen ist. In dem Film wird deutlich, wie schrecklich und von Angst behaftet das Leben in der syrischen Stadt ist. Tagtäglich müssen zahlreiche unschuldige Menschen, darunter auch Kinder, sterben.
Somit lehrt man auch Werte wie zum Beispiel Wertschätzung und Dankbarkeit, dass es uns in unserem Land so gut geht und quasi alles für unser Wohl gemacht wird. Außerdem sollte man sich auch dagegen einsetzen, dass Menschen aufgrund ihrer Ethnie, Religion oder politischen Einstellung (insofern diese nich extremistisch ausgeübt werden) verfolgt werden und Leid erfahren müssen.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass nicht alle Menschen auf der Welt deshalb auch auf ein glückliches Leben verzichten müssen, auch wenn es Leidende gibt. Man sollte wie gesagt ein bisschen Mitgefühl und Verständnis mitbringen und die Umstände in anderen teilen der Erde sollten einen auch nicht ganz kalt lassen, jedoch ist es auch nicht besser, wenn man deshalb sein ganzes Leben aufgibt. Die Menschen, die kein Leid erfahren müssen, sollen glücklich und in Dankbarkeit leben, dass sie von solchen schrecklichen Umständen wie Krieg nicht betroffen sind.

Elias Taras
Ich denke, dass für die meisten die Syrienkrise in den letzten 10 Jahren keinen großen Einfluss auf das alltägliche Leben nahm. Es sei denn, man ärgerte sich darüber und konnte es nicht nachvollziehen, dass Deutschland sich so hilfsbereit zeigte, um Millionen von Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Oder ganz im Gegenteil, man widmete sich einer Hilfsorganisation, hier in Deutschland oder in Syrien, um selber und aktiv Menschen in Not zu helfen.
Für die anderen (oder zumindest für viele) hatte dieses Thema denke ich, keinen wirklich großen Einfluss auf das alltägliche Leben. Man entwickelte seine Routine, die man Tag für Tag nachging und immer noch nachgeht. Klar, man ist sich des Bürgerkrieges in Syrien bewusst und man stellt sich auch vor, was das für einen Leid auslöst. Aber dieses Gefühl tritt auch nur dann auf, wenn man die schockierenden Bilder von hilflosen und verletzten Menschen in den Nachrichten oder der Zeitung sieht oder dieses Thema kurz in einem Gespräch aufgegriffen wird. Man empfindet Mitleid, welches begleitet wird vom erleichterten Gefühl selbst nicht in dieser schwierigen Lage zu sein. Nachdem kurz darüber nachgedacht wurde, kehrt man zurück zum Alltag und dieses Thema wird irgendwie verdrängt.
Inzwischen müssten aber die meisten von uns erkannt haben, dass „[unser] Glück […] ja nie die Angst und Todesmarter eines Einzelnen auf[hebe]“ (zitiert nach Arthur Schopenhauer). Wir sollten anfangen genauer darüber nachzudenken, was Leid genau bedeutet und wie es einen Menschen zerstören kann, wenn er zu viel davon erfährt.
Um dies tun zu können, muss man Mitleid empfinden. Dieses Gefühl wird vor allem dann erweckt, wenn man sich mit dem Leidenden identifizieren kann. Diese Identifikation findet statt, wenn man selbst einmal in einer ähnlichen Situation war, wie der Leidende. Mitleid kann aber erzeugt werden, wenn dies nicht der Fall ist, dazu muss man einfach bereit sein, sich das mögliche Leid vorzustellen. Meiner Meinung nach könnten sich momentan während der Corona-Pandemie viele der hier in Deutschland lebende (aber auch überall auf der Welt), welche in den letzten Monaten mit Existenzängsten zu kämpfen hatten oder Verwandte verloren haben, sich somit viel besser mit den Leidenden in Syrien identifizieren. Dadurch ist man auch bereitwilliger seinen Mitbürgern, welche vielleicht nicht so tolerant sind, durch eigene Erfahrung zu vermitteln, was wirklich dieses Leid bedeutet. Denn jeder hatte mal in seinem Leben gelitten und weis wie unvergesslich und erdrückend dieses Gefühl ist, egal wie gut es einem danach geht, vergleiche Zitat von Schopenhauer: „[…] eben so wenig macht mein gegenwärtiges Wohlsein meine früheren Leiden ungeschehn.“ Das Mitleid des Anderen kann dann somit als Antriebsfeder dienen, um denen in Not helfen zu wollen.
Zunächst will ich darauf aufmerksam machen, worin das Leid der Syrer zum Teil besteht. Im Zentrum des Bürgerkriegs in Syrien steht der Konflikt zwischen Regime-Unterstützern und Regime-Gegnern: Baschar al-Assad und sein innerer Zirkel wollen sich an der Macht halten. Es kämpfen Hunderte verschiedene Milizen gegen Assad, für die Freiheit, darunter sehr viele junge Menschen. Ebenso kämpfen aber auch Milizen für Assad und das bedauerlichste: der Staat ist ihm untergeordnet. Unzählige Syrer, die sich gegen sein Regime stellen, werden zu Unrecht gefoltert und festgenommen in Gefängnissen.
Martin Lautwein, war derjenige, der am eigenen Leib erfahren musste, wie es ist dem Regime hilflos ausgeliefert zu sein. 2018 wurde er zu Unrecht vom syrischen Geheimdienst inhaftiert. Die Zustände im Gefängnis waren unmenschlich. Er wurde wochenlang körperlich verletzt von den Gefängniswerter. Jedoch sind die psychischen Schäden, verursacht durch das Leid, welches er erfahren musste, lebenslänglich. Er ist außerdem Zeuge, dass dort täglich syrische Bürger gefoltert wurden. Dieses Leid prägte ihn, da er das unglücklicherweise selbst durchmachen musste, kann er sich mit den zahlreichen Opfern des Terror-Regimes identifizieren. Er ist derjenige, der uns (mehr oder weniger unwissende) in Deutschland auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen will und Anzeige gegen den syrischen Geheimdienst erstattet hat. Jedoch gibt es bereits hunderttausende Anzeigen gegen Folter und Verstoß der Menschenrechte in Syrien aber es werden weiterhin massenweise Syrer vom eigenen Staat misshandelt. Die Niederlande verklagte bis jetzt als einziger den gesamten syrischen Staat wegen Verstoß des Anti-Folter-Abkommens. Dieser Schritt könnte ein Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof nach sich ziehen und helfen, Druck auf den UN-Sicherheitsrat auszuüben. Ich unterstützte dies total und bin der Meinung, dass es zum wichtigsten Schritt werden sollte, Assads-Regime zu verhaften und zu sanktionieren. Deutschland sollte wie die Niederlande anfangen sich dafür zu beteiligen.
Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, denjenigen in Not zu helfen. Das geht durch Spenden, Beteiligung an Hilfsorganisation und vor allem in diesem Fall durch das gemeinsame Kämpfen für die Menschen Rechte. Dies sollte anfangen, wenn nicht schon, ein Teil unseres Alltages zu werden.

Autorenlesung mit Heiko Wolz für Spitzenreiter bei Antolin

Schon zum zweiten Mal wurden die eifrigsten Leser unter den Fünftklässlern – ermittelt über die Leseförderungs-Plattform Antolin –  mit einer Autorenlesung von Heiko Wolz belohnt. So durften sich die 5a und 5d in einer Doppelstunde auf ganz besondere Weise unterhalten lassen.

Dieses Mal las der junge vierfache Vater aus dem Buch „Albert Zweistein“, in dem der gleichnamige Held per Zeitkapsel im alten Rom landet und dort mit Cäsar und Konsorten Bekanntschaft macht. Die Mischung aus Geschichtswissen und Klamauk („Alea iacta est“ – Die Würfel sind gefallen, nämlich aus Alberts glitschigen Händen ins Wasser der Therme) sorgte für aufmerksame und amüsierte Gesichter.

Doch das Vorlesen dauerte gar nicht so lang, denn der Autor stellte auch seine vielen weiteren Kinderbücher vor und erzählte dabei aus seinem Schriftstellerleben, wozu ihn die Schüler mit sehr zahlreichen und richtig guten Fragen animierten. Sie erfuhren, wie ein Buch entsteht, wie wenig vom Ladenpreis für den Autor abfällt, wer die Zeichnungen anfertigt und wie lange Wolz an einem Werk schreibt. Sehr kurzweilig waren die animierten Bilder und Filme, die das Ganze noch veranschaulichten.

Dass der Schriftsteller auch Pädagoge ist, bewiesen ein paar turbulente Auflockerungsübungen mit den Kindern, bevor es in die nächste Runde ging: Das gemeinsame Erfinden einer ulkigen Geschichte, diesmal über den hosenträgertragenden und pupsenden Horst (alles Schülerideen!), dessen Leben natürlich vom Schriftsteller gleich in Szene gesetzt wurde.

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Das war nicht nur äußerst witzig, sondern vermittelte auch gleichzeitig, mit welchen Tricks ein Autor an eine Story herangeht.

Zum Abschluss der gelungenen Vorführung konnte sich jeder Schüler ein Autogramm abholen.

Keine Frage, dass wir Herrn Wolz nächstes Jahr auch wieder einladen werden, und wir sind gespannt, wie viele neue Bücher er bis dahin im Gepäck hat.

Im Schwimmreif durch Deutschland – Improvisationscoup im Stadttheater

Eine Rezension zur Aufführung von Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ im Stadttheater:

Dass bei einem Roadmovie im Theater einiges nicht ganz getreu ist und Improvisation eine bedeutend große Rolle spielen wird, war im Voraus zu erwarten. Doch was letztendlich von der Tübinger Dreimannbesetzung am 28. Januar 2015 im Aschaffenburger Stadttheater zu sehen war, verblüffte regelrecht.

Die Story scheint zunächst sehr einfach gestrickt. Der Außenseiter Maik und der Russe Andrej Tschichatschow (oder auch „Tschick“ genannt) starten die Reise ohne Karte oder Kompass im geklauten Lada von Berlin aus mit dem Ziel Walachei und das im Alter von 14 Jahren! Unterwegs treffen diese eine Vielzahl unterschiedlicher Personen, die sie alle in einer bestimmten Weise prägen werden.

Die Erwartungen waren groß und doch vermochte man erst nicht glauben, dass lediglich eine große, rollbare schiefe Ebene als einziges Bühnenelement dienen sollte. Und auch zu Beginn des Stückes verspürte man zumindest als Kenner des Buches etwas Langeweile, da Maik zunächst 15 Minuten lang die Vorgeschichte im inneren Monolog erzählte, welcher so ebenfalls fast eins zu eins im Buch auffindbar ist. Das aber änderte sich schlagartig mit dem Kennenlernen von Tschick und dem darauffolgenden Beginn der Reise, wodurch die Geschichte wirklich begann. Von da an entwickelte sich das Stück als ein lustiges und weitestgehend kurzweiliges Schauspiel des von Wolfgang Herrndorf verfassten Romans.

Die spannende Frage dabei war, wie der Regisseur Michael Miensopust auf der Bühne die Autofahrten inszenieren würde. Er entschied sich für einen großen Schwimmreif, bei dem die Schauspieler wippten, wenn das Auto in Bewegung war – vielleicht nicht die allererste Wahl, aber sehr amüsant anzuschauen.

Besonders hervorzuheben sind auch die Schauspieler selber. Henry Brown als Maik spielte die Rolle vom langweiligen Außenseiter zum Abenteurer sehr gut und war auch vom Aussehen her die beste Wahl. Tschick, dargestellt von Dimetrio-Giovanni Rupp, war zwar nicht der typische „Russenmongole“, der er dem Buch nach ist, dennoch spielte er dank seiner verhärteten Gesichtszügen und dem russischen Akzent, der zudem für den ein oder anderen Lacher sorgte, seine Rolle sehr überzeugend und stellte die anderen Schauspieler oft in den Schatten. Außerdem integrierte dieser mit viel Witz und Raffinesse das Publikum in das Schauspiel, wodurch die Aufmerksamkeit des Zuhörers konstant blieb. Die schwerste Rolle hatte sicherlich die dritte im Bunde, Magdalena Flade, die über fünf verschiedene Rollen spielte und in keiner wirklich glänzen konnte. Die Schauspielerin wirkte vereinzelt nicht authentisch, da sie für einige  Szenen einfach zu alt war.

Außerdem wurden manche Szenen etwas übertrieben dargestellt, was letztendlich nur gestört hat. Dazu zählt die zu häufige Verwendung des Wortes „Mann“ am Ende jedes Satzes von Tschick. Zusätzlich war das Stück mit ungefähr 120 Minuten und ohne jegliche Pause doch etwas zu lang.

Trotz alledem ist gerade für Jugendliche dieses Schauspiel wärmstens zu empfehlen, also auf mit Karte und Plan in die Inszenierung des Romans „Tschick“ vom Landestheater Tübingen.

Daniel Kling und Niklas Reibenspiess, Klasse 10b

Sommer in der Stadt – Stadtschreiber in Aschaffenburg

Mit dem Titel des Stadtschreibers ehrt man Autoren, die ihre Impressionen des Geschehens in einer Kommune verschriftlichen. Die Schüler der Q 11 haben versucht in Prosa- oder auch Reimform das “Sommergefühl” Aschaffenburgs in Textform einzufangen. Dazu beobachteten sie das vormittägliche Treiben an so verschiedenen Orten wie dem Mainufer oder der City Galerie und hielten auch ihre eigenen Stimmungen fest. Am Stiftsplatz stellten die einzelnen Gruppen ihre Ergebnisse schließlich vor und die Sieger wurden ermittelt.

Märchenprojekt der 5c

Märchenprojekt der Klasse 5c

Im Zusammenhang mit dem im Unterricht behandelten Thema „Märchen“ gestalteten wir, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5c, verschiedene Märchen.

Die Interpretationen in Form von Schattenspiel, Märchenquiz, Theateraufführung u.v.m. begeisterten auch unsere Zuschauer, die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d.

In der entspannten Atmosphäre der Schulbücherei konnten sowohl wir Darsteller als auch die Gäste erleben, dass Märchen noch immer aktuell sind und vor allem viel Spaß machen.

Klasse 5c

Rachor

Ein Ausflug in die Welt Büchners

der Deutschkurs Q 11/d1 besucht die Büchner-Ausstellung in Darmstadt

Ein Ausflug in die Welt Büchners – der Deutschkurs Q 11/d1 besucht die Büchner – Ausstellung in Darmstadt
Am 30. 01. 2014 besuchte der Deutschkurs Q 11/d1 die Büchner-Ausstellung, die anlässlich des 200. Geburtstags des Dichters in Darmstadt gezeigt wurde. Das bot sich deswegen an, weil die Schüler sich entschieden hatten, Büchners Werk “Woyzeck” im Unterricht zu behandeln. Die Museumswärter waren allerdings nicht mit der Idee der Deutschlehrkraft einverstanden, die Klasse selbstständig durch die Schau zu führen. Vielmehr verpflichteten sie uns leider auf den Gebrauch von Audio-Guides, die auf Tastendruck Informationen zu den Exponaten in das Schülerhirn transportieren sollten. Das war zumindest der Plan. Viele Jugendliche fühlten sich aber durch die Fülle an abstrakten Inhalten zu Leben und Werk des früh verstorbenen Dichters etwas erschlagen. Also schlossen sich dann doch einige der Lehrerin an, um mit ihr gemeinsam die Exponate zu sichten und zu besprechen. Die Kuratoren machten deutlich, dass Büchner in einer Zeit des politischen Umbruchs gelebt hat. Karikaturen zeigten das Aufbegehren der Vormärzler gegen die Monarchen. Das Schicksal Büchners und seiner Freunde, die wegen ihres Strebens nach Demokratie bzw. ihres Aufbegehren gegen Missstände und Ungerechtigkeit unter staatlichen Repressionen zu leiden hatten, wurde ebenfalls thematisiert. Interessant fanden einige, dass sich auch in jüngerer Vergangenheit politische Aktivisten wie Rudi Dutschke auf Büchners Ausspruch “Friede den Hütten, Krieg den Palästen” bezogen haben. Schließlich wurden einzelne Werke Büchners anschaulich vorgestellt. Schnell wurde deutlich, dass Büchner mit Texten über den Friseur Woyzeck, der seine Lebensgefährtin ersticht, oder über den Dichter Lenz, der wahnsinnig wird, mit den Abgründen der menschlichen Seele beschäftigt. Der in diesem Zusammenhang an die Wand projizierte Ausspruch Paul Celans “Wer auf dem Kopf geht, der hat den Himmel unter sich”machte dann doch den einen oder anderen jugendlichen Besucher nachdenklich. Der “Literaturtag” endete mit einem vergnüglichen Bummel in der Innenstadt Darmstadts.

Fachschaft Deutsch

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Schülermedientag – FDG auf den Spuren des NSU

Über 5 Jahre dauerte der Prozess gegen den sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund, eine Gruppe aus drei rechtsextremen Mördern, die zwischen 2000 und 2007 neun Mitbürger migrantischer Herkunft und eine Polizistin ermordet hatten. Über diesen und weitere Prozesse, so auch über den Mordfall Walter Lübcke, hat Annette Ramelsberger als Journalistin für die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Anlässlich der diesjährigen Schülermedienwoche teilte die Gerichtsreporterin in einem Livetalk ihre Erfahrungen mit Schüler:innen aus ganz Bayern, unter anderem der 9pe des Friedrich-Dessauer Gymnasiums Aschaffenburg. Die Medienwoche wird jedes Jahr von der Bayrischen Landeszentrale für politische Bildung, dem bayerischen Rundfunk sowie zahlreichen privaten Medienhäusern ausgerichtet.
Im Verlauf des Gesprächs zum Thema „Rechtsextremer Terror – Demokratie in Gefahr” thematisierte die Korrespondentin die Verbreitung rechtextremen Gedankenguts im Internet und im eigenen Umfeld. Dabei gab sie auch Tipps, wie man sich dagegen wehren kann. Besonders betont Ramelsberger, dass auf fremdenfeindliche, antisemitische oder anders verächtlich machende Kommentare sofort Widerspruch folgen müsse. Sonst fühlten sich die Betreffenden durch fehlenden Widerspruch in ihrer Meinung bestätigt und von der schweigenden Mehrheit anerkannt. Über den Prozess gegen Beate Zschäpe als letztes Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrundes, mit 5 Jahren und 2 Monaten der längste Prozess ihrer Laufbahn, hat sie sogar ein Buch geschrieben. Im Gespräch berichtete sie außerdem von persönlichen Erfahrungen, die sie bei ihrer Arbeit als Gerichtskorrespondentin gemacht hat. So bekommen Reporter vor Verhandlungen beispielsweise oft Einschüchterungsschreiben von Anwälten, um die Berichterstattung zu stören. Für große Verlagshäuser sei das kein Problem, aber für kleine Regionalblätter oft genug Grund, aus Angst vor Rechtsstreitigkeiten und hoher Kosten, nicht zu berichten. Eine weitere unangenehme Erfahrung, die Ramelsberger im Gerichtssaal machen musste, seien Rechtsextreme auf den Tribünen des Gerichtssaals gewesen, die Journalisten bei ihrer Berichterstattung beobachteten, bedrängten und bei dem überraschend geringen Strafmaß in Jubelschreie ausbrachen.
Erst vor wenigen Monaten begleitete die Journalistin den Prozess gegen den Mörder an Walter Lübcke. Eine, während Corona, wie die Korrespondentin schilderte, nicht immer einfache Aufgabe. Um einen der wenigen begrenzten Plätze für Journalisten bei der Verhandlung zu ergattern, habe sie vor Beginn des Prozesses bereits mitten in der Nacht, auf einem Campingstuhl vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt in der Warteschlage ausharren müssen. Aktuelle Bedrohungen sieht Ramelsberger vor allem in Demonstrationen und Bewegungen wie den Querdenkern, bei denen sich Rechtsextreme an breitere sogenannte “bürgerliche” Bevölkerungsgruppen anhängen und damit rechtsextremes Gedankengut weiterverbreiten können. Schließend plädierte Ramelsberger für mehr Sensibilität gegenüber Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken. Aus Worten könnten leicht Taten folgen. Außerdem forderte sie ihre Zuhörer auf, sich für die gemeinsame Demokratie und Gesellschaft einzusetzen.
Die Veranstaltung hat uns gut gefallen, weil es sehr interessant war zu hören, wie Journalist:innen arbeiten und welche Aufgaben diese zu bewältigen haben. Außerdem konnte man über ein paralleles Programm Fragen an die Korrespondentin stellen. Gerade jetzt im Homeschooling bietet es sich an, im Unterricht an einer dieser Talkshows im Rahmen einer Unterrichtsstunde teilzunehmen.
©Jonas Glaser, Jesaja Bauer 9pe

Eine harte Entscheidung – Sieger des Vorlesewettbewerbs gekürt

Am 03.12.2020 fand der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen statt, bei dem unser Schulsieger gekürt werden sollte. Da wir wegen Corona besonders auf die Einhaltung der AHA-Regeln achten mussten, gab es in diesem Jahr leider keine Zuhörerklasse und auch die zweitplatzierten Klassensieger konnten dieses Mal bei der Endausscheidung nicht als Zuhörer dabei sein.
Trotz dauerhaft zu tragendem Mundschutz waren unsere Klassensieger bei ihrem Vorlesen gut zu verstehen und nahmen die Jury mit auf so manch spannende und lustige Schnupperreise in verschiedene Bücher. Vom Buchklassiker „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner reichte die Auswahl bis zu einem Ausschnitt aus Jochen Tills „Lucifer Junior“, bei der es ausführlich ums Rülpsen ging.
Aus folgenden Büchern wurde gelesen:
• Erich Kästner: Das Doppelte Lottchen
• Jochen Till: Lucifer Junior – Zu gut für die Hölle
• Katja Brandis: Seawalker – Wilde wellen
• Boris Pfeifer: Die drei ??? – Bundesliga-Alarm
• Tanya Stewner: Alea Aquarius
• Anne Becker: Die beste Bahn meines Lebens
• Isabell Abedi: Unter der Geisterbahn
Lustigerweise fiel die Wahl für den unbekannten Text, aus dem gelesen werden sollte, ebenfalls auf ein Werk Erich Kästners: Pünktchen und Anton. Hier machten es die Vorleser der Jury wieder besonders schwer, denn alle sieben lasen auf einem sehr hohen Niveau in Bezug auf Fehlerfreiheit und Ausgestaltung. Es war eine reine Freude zuzuhören. Am Ende stand Emil Bartosch aus der 6s als Schulsieger fest, der das FDG 2021 auf Stadt- und Kreisebene vertreten wird. Dafür drückt ihm die ganze Schulfamilie natürlich feste die Daumen!
Vielen Dank an die teilnehmenden Schüler, Kollegen und die Jury!
C. Fischer und B. Koller

Eine leibhaftige Schriftstellerin- Renate Sattler zu Besuch bei der 10f

Die 10f lernt derzeit viele Biographien von Autoren der Aufklärung und des Sturm und Drangs kennen. Diese werden per Power Point als Referatsthemen an die Wand geworfen. Untersucht wird, ob Denker wie Immanuel Kant und Karl Philipp Moritz „Universalwissenschaftler“ sind, also verschiedene Forschungsgebiete haben oder eine „Künstlerproblematik“ vorliegt, der Schriftsteller also Schwierigkeiten bei der Bewältigung seines Lebenswegs hat. Neben der Aufarbeitung des Lebenswegs des Schriftstellers sind die Motivation für sein Werk und nicht zuletzt die Interpretation eines Werkauszugs und seine Einordnung in die Literaturgeschichte Teil der komplexen Aufgabe „Referat zu einem Autor halten“. Das verantwortungsvolle Umgehen mit Primär-und Sekundärliteratur hat einen hohen Stellenwert.

In der 90minütigen Begegnung mit der Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller, der im Februar 2019 sein 50jähriges Bestehen in Aschaffenburg feiert, müssen die Schüler der 10f all diese Anforderungen, die sonst an sie beim Umgang mit Autoren gestellt werden, nicht aktiv realisieren. Entspannt hören sie der Lesung von Frau Renate Sattler aus ihrem Buch „Risse im Gesicht“ zu und können sich auf den Text einlassen. Eine affektive Begegnung statt einer kognitiven Konfrontation mit Literatur ist angesagt. Welch beruhigende Wirkung das analoge, gesprochene Wort in unserer mit digitalen Reizen überfluteten Zeit, in der Multitasking kein Fremdwort ist, hat!

Das Buch ist autobiographisch motiviert und Frau Sattler erzählt eine Geschichte, „die noch nicht in den Schulbüchern“ steht, wie sie sagt. Es geht um die Verschleppung von unbescholtenen Ostdeutschen in Lager durch die sowjetische Besatzungsmacht. Sattlers Großvater widerfuhr dieses Schicksal und er kam dabei zu Tode. Die Schriftstellerin berichtet auf einer anderen Handlungsebene von ihrer Kindheit und Jugend in der DDR, in der der Schein der deutsch-sowjetischen Freundschaft gewahrt wurde und sie über die Geschichte des Großvaters nicht sprechen durfte.

Im zweiten Teil der Lesung soll es eine Diskussion geben. Sehr interessant ist jetzt für die Deutschlehrkraft zu beobachten, wie die Schüler scheinbar automatisch die eingangs geschilderten, im Unterricht eingeübten Kategorien der Untersuchung von literarischen Werken und ihrer Schöpfer anwenden. Mit Fragen zum Beispiel zur Entstehungsgeschichte, zum Schreibprozess, zum Titel und zum Lebensunterhalt eines Autors fühlen die Jugendlichen dem Text und der Autorin „auf den Zahn“ und ermöglichen sich so ein vertieftes Verständnis. Diese Kompetenz des Stellens der richtigen Fragen ist in Zeiten der digitalen Textflut des Internets wichtig, um nicht in unsortierter Information zu „ertrinken“.

Insgesamt lässt sich nach dieser Lesung feststellen: Literatur kann genossen werden.

Literarische Texte und ihr Autoren können durch die richtigen Fragen erkannt werden und ihre Wirkkraft entfalten. Dank an den Fachbetreuer Geschichte OStR Dr. Jochen Krenz, der diese außerordentliche Deutschstunde möglich gemacht hat. Dank an die 10f! Text: Julia Grundner

Lesen macht Spaß – und Vorlesen auch!!

Dies bewiesen am 08.12.2015 die Vortragenden und Zuhörer des diesjährigen Vorlesewettbewerbs. Es ging darum, den Schulsieger zu küren. Jede der 6. Klassen schickte ihren zuvor ermittelten Klassensieger ins Rennen.

Die Vorträge waren allesamt von hoher Qualität und es bereitete den Zuhörern Vergnügen, den spannenden und mitreißenden Darbietungen zu lauschen. Gelesen wurde aus folgenden Lieblingsbüchern:

6a        Laurenz Stegmann: Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen

6b        Leonit Shabani: Die drei ??? Kids – Fußballgötter

6c        Luca Hübner: Die Wanze

6d        Leon Navratil: Harry Potter und der Stein der Weisen

6e        Josephine Hartmann: Die Kinder aus Bullerbü

6f        Kim Hummel: Die drei !!! – Skaterfieber

Doch damit nicht genug. Damit sich ein richtiges Wettbewerbs-Gefühl einstellen konnte, fugierte die Klasse 5d als Publikum, das sehr konzentriert den ausgewählten Lesestellen der Älteren lauschte. Ein großer Dank geht an die Jury, die von Mitgliedern des P-Seminars „Journalistisches Schreiben“ gestellt wurde. Die Zwölftklässler/-innen machten sich fleißig Notizen und berieten im Anschluss engagiert, um einen Sieger zu finden.

Souverän überzeugt hat sowohl mit ihrem selbst gewählten Buch als auch beim Lesen eines unvorbereiteten Textes Josephine Hartmann. Sie darf sich neben den Urkunden, die jeder Klassensieger bekam auch über einen Buchgutschein freuen.

Wir drücken ihr für den Stadtentscheid fest die Daumen!

C. Fischer und B. Koller

VorlesewettbewerbDeutsch2015Einzel

“Moral, das ist, wenn man moralisch ist.” – Q11/d2 im Theater

Der Deutschkurs Q11/d2 besuchte das Theaterstück „Woyzeck“ von Georg Büchner:

“Moral, das ist wenn man moralisch ist”

Dieses Zitat des Hauptmanns, einem Protagonisten der Theaterstücks, war den 23 Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums natürlich wohl bekannt, als sie am 09.06.2015 das Theaterstück „Woyzeck“ im Erthal-Theater besuchten. Dies bot sich an, da der Kurs unter Leitung ihres Deutschlehrers Herrn Bauer in den vorherigen Wochen Büchners Werk „Woyzeck“ im Unterricht behandelt hatte.

So betraten also alle gespannt den Theatersaal, der vor allem durch seine minimalistische Kulisse beeindruckte. In den folgenden zwei Stunden wurde dem Kurs eine interessante Darstellung geboten, die, wie die Schülerinnen und Schüler danach betonten, vor allem durch die verschiedenen Interpretationen der einzelnen Schauspielerinnen (alle Schauspieler waren Frauen) zu überzeugen wusste. Je nach Szene wurden die Rollen untereinander getauscht. Durch leicht zuzuordnende Requisiten, wie zum Beispiel ein roter Haarreif für Marie oder ein Stethoskop für den Arzt, verlor man aber nie den Überblick. Auch die Präsentation der Szenen in umgekehrter Reihenfolge kam gut an und bestätigte die im Kurs erarbeitete offene Dramenform im „Woyzeck“. Lediglich die Wiederholung einer kompletten Szene am Anfang des Stückes sorgte bei einigen für Verwunderung. Durch die authentische Darstellung der Schauspielerinnen gab es auch einige erheiternde Szenen, die den Saal zum Lachen brachten.

Zusammenfassend war es ein schöner Abend, den die Schülerinnen und Schüler sowohl mit Kultur als auch zusammen in der Kursgemeinschaft verbrachten.

 

“Es wird keine Helden geben” – Autorenlesung mit Anna Seidl

Wie schafft man es, Abitur und eine Banklehre zu machen und zugleich im Alter von nur 19 Jahren eine erfolgreiche Autorin zu sein?
Aber bevor die Haibacherin Anna Seidl diese und andere Fragen der 9. Jahrgangstufe in der Aula beantwortete, las sie aus ihrem Jugendroman „Es wird keine Helden geben“. Das mit dem Nachwuchspreis für Jugendliteratur ausgezeichnete Buch erzählt die Geschichte eines Amoklaufes aus den Augen einer 15-jährigen Schülerin, welche die schrecklichen Erlebnisse verarbeiten und sich die Frage stellen muss, ob sie nicht auch Schuld an der Katastrophe ist. Die Botschaft des Romans lautet letzten Endes, dass an einem Amoklauf immer mehr Personen Anteil haben als nur der Täter. Man darf gespannt sein, von welchem Thema das neue Werk der Autorin handelt!

Autorenlesung am FDG – Heiko Wolz liest aus seinen Büchern

Eine lebendige Belohnung in doppelter Hinsicht gab es am Freitag, 4. Juli, für zwei fünfte Klassen. Die 5e und 5d hatten beim Lesewettbewerb der Unterstufe die meisten Antolin-Punkte gesammelt, nämlich sage und schreibe 36105 bzw. 32035. Alleine die beiden Klassensieger Mira Oberle und Lorenz Imig kamen zusammen auf 217 gelesene Bücher in einem Schuljahr!

So folgte der Kirschfurter Autor der „Superhelden“- und „Frieda Superstar“-Romane gerne der Einladung der Schule, um die enorme Lesebegeisterung der Schüler mit einer Veranstaltung der besonderen Art zu honorieren. Mit großem stimmlichen und schauspielerischen Einsatz las Heiko Wolz aus dem ersten Band über den „Normalo“ Leon unter lauter heldenhaften Typen, wobei er die Schüler immer wieder mit einbezog. Anschließend gab der sehr jugendlich wirkende Schriftsteller und vierfache Vater Antworten auf Fragen zu seinem Beruf und machte die Zuhörer zuletzt selber zu Erzählern, indem sie mit ihm zusammen eine Geschichte von „Alien Bob-Frankie und seinen Erde-Pferden“ entwickelten. Mit einem signierten Lesezeichen zogen die frisch gekürten Autoren ins Wochenende – garantiert mit neu entfachtem Lesehunger.

Ballade “Der Zauberlehrling”

Die Klasse 7a hat zu der Ballade “Der Zauberlehrling” von Johann Wolfgang von Goethe die Inhalte im Rahmen einer produktionsorientierten Beschäftigung mit der Thematik bildlich umgesetzt. Ausgewählte Bilder können Sie HIER einsehen.

Leseförderung am FDG

Informationen zur Leseförderung finden Sie hier und zu Antolin auf www.antolin.de.

Lehrplan Deutsch

Den Lehrplan für das Fach Deutsch finden Sie hier. Eine Übersicht zu den Deutsch-Schulaufgaben aller Jahrgangsstufen können Sie im folgenden Dokument ersehen: schulaufgabenplan-mit-mittelstufe

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