Vortrag zum Lebensrecht von Menschen mit Trisomie 21

„Meine Tochter darf so sein, wie sie ist.“

Viel zu kurz waren die 45 Minuten, in denen Carmen Schüßler zum Thema Trisomie 21 Fragen beantwortete. Eingeladen hatten sie zwei 10. Klassen des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums, die sich im Religionsunterricht zum Thema Bioethik mit Menschenwürde und den Möglichkeiten der modernen Medizin beschäftigten. Gerade die neuen vorgeburtlichen Tests, die Krankheiten und Behinderungen diagnostizieren können, stellen die Betroffenen und auch die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. So ist es heutzutage zum Beispiel möglich, während der frühen Schwangerschaft mit einem Bluttest beim Baby Trisomie 21 nachzuweisen.
Also wollte man sich aus erster Hand informieren. Mit Carmen Schüßler, die selbst eine Tochter mit Trisomie 21 geboren hat, erfuhren die Schülerinnen und Schüler alles über die Entstehung der genetischen Anomalie, über das Leben und die Erziehung der kleinen Jamila. Dabei wurde klar, dass Jamila ein Kind wie jedes andere ist – sie singt, tanzt und lacht wie andere Kindergartenkinder auch. Sie freut sich des Lebens und hat ihren Platz in der Gesellschaft. Dabei sei es wichtig, so Schüßler, Menschen mit Handicap zu inkludieren, statt sie an den Rand zu drängen. Die Referentin, die vor ein paar Jahren ein Netzwerk für Eltern mit Trisomie 21-Kindern gegründet hat, machte deutlich, dass das Leben nicht immer nach Plan abläuft. So manche Überraschungen durchkreuzten ehrgeizige Ziele. Die Vorstellung vieler werdender Eltern von einem „perfekten“ Kind mit besten Zukunftschancen könne niemand garantieren. Eher solle man die Kinder so annehmen, wie sie auf die Welt kämen und wie sie seien – mit kleineren oder größeren Einschränkungen. Auch vorgeburtliche Tests könnten die Zukunft mit einem „gesunden“ Kind nicht absichern. „Meine Tochter darf so sein, wie sie ist“, betonte Schüßler. Deshalb habe sie auf jegliche Trisomie 21-Tests während der Schwangerschaft verzichtet. Jedes Kind habe das Recht auf Leben. Die Schülerinnen und Schüler des FDG hörten gebannt und nachdenklich zu, zumal viele zum ersten Mal mit einem Trisomie 21-Kind in Berührung kamen. Jamila verabschiedete sich nach der besonderen Unterrichtsstunde mit einem Lächeln und winkte den großen Schülerinnen und Schülern zum Abschied zu. Sie wird sicher allen Zuhörerinnen und Zuhörern noch lange im Gedächtnis bleiben.

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