Seminartage in Bad Kissingen, Bildungsstätte Heiligenhof, 4.-5. Juli 2019

Das Thema Europa ist derzeit in aller Munde. Sei es der momentan stattfindende Personalpoker um die Besetzung von Spitzenpositionen der EU oder die befürchtete Krise der Union angesichts des Erstarkens eurokritischer und nationalistischer Parteien – kaum jemand, der die Nachrichten verfolgt, kommt momentan daran vorbei. Allzu oft geht die Omnipräsenz der Thematik jedoch einher mit einer Unkenntnis und einer daraus hervorgehenden Verwirrung breiter Bevölkerungsschichten über Institutionen, Strukturen und den Ablauf von Entscheidungsfindungsprozessen innerhalb der Europäischen Union. Europa erscheint vielen vor diesem Hintergrund als undurchschaubarer bürokratischer Wasserkopf, dessen politische Entscheidungsträger mit dem alltäglichen Leben der Menschen nur noch wenig gemein zu haben scheinen. Resultate dieser Entwicklung sind häufig Interesselosigkeit, Unverständnis oder im schlimmsten Fall offensive Ablehnung. Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens scheint deshalb auch in diesem Bereich die Vermittlung von Wissen der beste Garant für die Schaffung eines positiven Bildes der EU und ihrer Institutionen.
Im Rahmen eines zweitägigen Seminars im Bildungszentrum Heiligenhof bei Bad Kissingen beschäftigten sich die Referendarinnen und Referendare des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums an zwei Tagen vom 4. bis zum 5. Juli 2019 mit dem institutionellen Aufbau sowie politischen Abläufen innerhalb der EU. Um die komplexen Entscheidungsfindungsmechanismen für die Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer besser verständlich zu machen, wurde seitens der Seminarleitung ein Planspiel ausgearbeitet, in welchem am Beispiel des Rats der Europäischen Union (Ministerrat) Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse simuliert wurden. Jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer wurde zu Beginn des Planspiels eine feste Rolle zugewiesen, welche er oder sie in den kommenden beiden Tagen auszufüllen hatte. Gegenstand der inszenierten Sitzung waren die in Richtung Europa ausgerichteten Migrationsbewegungen, im Speziellen die gegenwärtige Situation an den EU-Außengrenzen vor den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla. Unter Hinzuziehung des von der Seminarleitung bereitgestellten Materials arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Statements und Lösungsvorschläge aus, welche im Anschluss an die jeweilige Erarbeitungsphase im Plenum vorgetragen und diskutiert wurden. Dabei kam es mehr als einmal zu hitzigen Debatten, die sich nicht selten bis in die Sitzungspausen und teilweise bis in die späten Abendstunden hinein erstreckten. Am Morgen des zweiten Seminartages gelang es dann aber doch, sich auf ein gemeinsames Maßnahmenpaket zu einigen.
In der Abschlussdiskussion am Freitag äußerte sich der überwiegende Teil des Seminars positiv über den Verlauf des Planspiels. Jede/r konnte sein Wissen über die EU auffrischen, in den allermeisten Fällen sogar erheblich erweitern. Die Zusammenarbeit im Planspiel und das gesellige Zusammensein in den Pausen dürfte darüber hinaus zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls im Seminar beigetragen haben. Das Planspiel Europa war somit in jeder Hinsicht ein voller Erfolg!

Mensa Vertretungsplan Impressum