Salvete, hospites! Die Lateinklasse 6bc zu Besuch im Pompejanum

Am Eingang sahen wir direkt zwei Brüder auf Bildern. Laut Celine sind es Castor und Pollux. Sie wurden am gleichen Tag geboren, ihre Schwester heißt Helena und wird im Trojanischen Krieg noch eine große Rolle spielen. Bevor wir aber das Pompejanum betreten, hatten wir schon einen Weg vom FDG bis hier her und eine kleine Pause hinter uns. Castor und Pollux haben auch ein Sternbild, das man laut Celine am besten im Winter sehen kann. Es heißt „Die Zwillinge“. Nach dem Haus von Castor und Pollux, das in Pompeji ausgegraben wurde, hat Ludwig I. das Pompejanum erbauen lassen.

In der Haupthalle, dem. sog. atrium, in dem auch der Hausbrunnen steht, sind Büsten von den vielen berühmten römischen Kaisern, z.B. Nero, Trajan usw. aufgestellt. Wir übersprangen einen größeren Flur, der unter anderem auch in den eigenen Garten führt und gingen nach oben zu den Schlafzimmern (cubicula), wo Frau Goll begann, über den Tagesablauf eines Römers zu erzählen. Danach schlüpfte Leo in die Rolle des Nigidius, indem er die mitgebrachten Gewänder anzog und Noah es ihm gleichtat. Von Frau Goll erfahren wir, dass die Römer in der Medizin und was Schmuck angeht, sehr fortgeschritten waren.

Für Nigidius und damit auch für uns ging es als nächstes wieder nach unten, wo er am Hausaltar schon ganz früh am Morgen Opfer darbrachte, gewöhnlich Obst und Kuchen. Dieser Altar ist natürlich auch mit Reliefs verziert.

Im Empfangsraum (tablinum) steigt Paul in die Rolle eines freigelassenen Sklaven des Nigidius (Leo). Leo war also der Schutzherr von Paul, das heißt,  dass er sozusagen sein gerichtlicher Vormund war. Jetzt betreten wir die Küche, die culina, in der Amphoren mit Wein und andere Küchenutensilien enthalten sind. Jetzt lernen wir ein damals sehr beliebtes Gewürz kennen, es besteht aus Salz und Fischinnereien und riecht unserer Meinung nach vor allem wie sehr alter (!) Fisch. Auf dem Ofen steht in der Mitte ein Gerät, das aussieht wie eine Burg. Auf die Zinnen konnte man eine Bratpfanne stellen. Genauso gut konnte man die Burg jedoch als Wasserkocher verwenden, indem man Wasser in die „Türme“ goss. Durch die Glut im „Burghof“ wurde das Wasser erwärmt und rann dann aus dem Hahn. Außerdem hat diese „Burg“ einen Haken, so dass man sie auch als Heizung aufhängen konnte. Die Amphoren in dieser Küche sind sogar Originalfundstücke aus Pompeji. Nun spielen Johannes und Leo eine typische Alltagssituation in der Küche nach. Die Toiletten waren aus Stein. Hier saß man zu ganz vielen nebeneinander, um „sein Geschäft zu erledigen“. Die Einzeltoilette im Pompejanum ist da geschichtlich nicht richtig.

Gegessen wurde nicht in der Küche, sondern im triclinium (tri-clinium wegen der drei Liegen, die hier üblicherweise standen). Witzigerweise stehen die Speiseliegen im Winterspeisesaal falsch herum, da man sich mit der linken Hand aufstützte und mit der rechten aß. Wenn man sich so auf den Liegen platzieren würde, würde man allerdings zur Wand gucken. Der Sommerspeisesaal war immer lichtdurchflutet und größer als der Winterspeisesaal. In diesem stehen auch viele Statuen.

Im Anschluss an die Führung teilt uns Frau Goll die Rallye aus, die sie für uns erstellt hat. Als wir nach einer Stunde gehen müssen, um rechtzeitig den Rückweg zur Schule anzutreten, ist die Zeit viel zu schnell vergangen!

Timo Vonderau, Jan Steigerwald und Leo Ruppel

 

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