Sally Perel

Wie schafft man es, über 500 Schüler drei Stunden lang mucksmäuschenstill zu halten? Am Dienstag gelang dies Sally Perel aus Israel, der ihnen am Friedrich-Dessauer-Gymnasium aus seinem Leben erzählte. Als Zeitzeuge berichtete er über sein Schicksal im Dritten Reich, wie er sich als Jude ausgerechnet in der Hitlerjugend versteckte und hier der Vernichtung seines Volkes entging. Perels Leben ist bis heute durch dieses Erlebnis geprägt. Dazu erschien vor Jahren seine Autobiographie „Ich war Hitlerjunge Salomon“, die auch mit großem Erfolg verfilmt wurde. Jetzt war er in Aschaffenburg zu Gast, um den Schülern zu zeigen, wie wichtig es ist, Menschenliebe aktiv zu gestalten und das Leben zu lieben. Hass und Ausgrenzung können in einer Welt nach Auschwitz keinen Platz mehr haben, so sein Appell. Diese persönliche Wertevermittlung „aus erster Hand ist viel besser, als aus einem Buch zu lernen“, so die Schülerin Carmen Rachor. Trotz seiner 88 Jahre zog er die Schüler mit seinem lebendigen und humorvollen Vortrag in seinen Bann, Helen Sewald (9b) fand es „bewegend, weil man sich heute gar nicht vorstellen kann, dass es ein solches Schicksal gibt“. Da dies „die letzte Möglichkeit war, einen Zeitzeugen live zu erleben“ (Jonas Scheffauer), nahm auch die Schlange der Schüler beim Signieren der Bücher kein Ende.

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