Religionsunterricht draußen – Unterrichtsgang auf den Spuren jüdischen Lebens in Aschaffenburg

In den 9. Jahrgangsstufen wird das Thema Judentum im Religionsunterricht intensiv behandelt. Immerhin liegt in der jüdischen Religion die Wurzel des Christentums. Dass jüdisches Lebens auch in unserer Region verwurzelt war/ist, ist jedoch nicht mehr allen bekannt. Dabei hat Aschaffenburg etliche Stellen aufzuweisen, die vom jüdischen Leben erzählen. Ein Unterrichtsgang der katholischen Schüler der Klassen 9bc und der evangelischen Schüler der Klassen 9cd steuerte diese Orte an. Eine Station war die Stiftskirche. Eine Steintafel an der Kirchenwand bildet einen Juden mit eindeutig christlicher Gebetsgeste ab. Dieses frühe Zeugnis stellt die mittelalterliche Vorstellung dar, dass sich Juden dem Christentum anzuschließen haben. Im benachbarten Stiftsarchiv lagern Dokumente, die die Existenz jüdischer Familien im 13. Jahrhundert in Aschaffenburg nachweisen. Die Station am Wolfsthalplatz erinnert an die während der Reichspogromnacht zerstörte Synagoge. Mit dem Holocaust endete weitgehend ein blühendes großbürgerliches Judentum in Aschaffenburg. Darauf weisen auch die verlegten Stolpersteine, z. B. in der Herstallstraße, hin, die den deportierten, ermordeten oder in den Suizid getriebenen jüdischen Bürgern wieder einen Namen geben. Schließlich konnten die Schülerinnen und Schüler des FDDG auf dem jüdischen Teil des Altstadtfriedhofs mehr über jüdisches religiöses Leben erfahren. Auch im Tahara-Haus wurde auf die Begräbnisriten eingegangen. Besonders der letzte Teil des Rundgangs eröffnete den Schülerinnen und Schülern Orte in Aschaffenburg, die überraschend neu für sie waren. Es bleibt zu hoffen, dass die Erinnerungskultur an jüdisches Leben, das in der Mitte Aschaffenburgs lebte, bei den Schülerinnen und Schüler weiter erhalten bleibt.

 

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