Rein ins Land – Raus mit der Sprache

Seit es Französisch am FDG gibt, gibt es Austausche, Studienfahrten und Kurztrips mit und in unserem Nachbarland. Denn erst ein Aufenthalt in einem frankophonen Land macht einem deutlich, wofür man gelernt hat, wie viel Spaß es macht, das Gelernte in der Praxis anzuwenden, und motiviert einen für neue sprachliche Entdeckungen. Über zehn Jahre lang pflegten wir einen Austausch mit Aschaffenburgs Partnerstadt Saint-Germain-en-Laye vor den Toren von Paris. Doch leider sind alle Austausche sehr an einzelne Lehrerpersönlichkeiten mit ihren Vorlieben, Sympathien und ganz individuellen Erfahrungen geknüpft, und als die verantwortlichen Deutschlehrerinnen in Frankreich in Rente gingen, bedeutete dies auch das Ende des dazu gehörenden Schüleraustausches. Ersatz fanden wir mit zwei in zweijährigen Turnus wechselnden Austauschen. Der eine verbindet uns mit Perros-Guirec in der Bretagne, der andere mit Bouilly in der Champagne. Teilnehmen können Mädchen und Jungen der 7. und 8.Klassen, wenn sie und ihre Familie bereit sind, eine Französin oder einen Franzosen eine Woche als Gast bei sich aufzunehmen. Die Studienfahrten führen meistens nach Paris, kürzere Ausflüge gehen häufig nach Straßburg.

Frankreich-Austausch 2013 – kein Urlaub, besser!

Ein Austausch ist ein Abenteuer. Man weiß nicht, was bzw. wer kommt bzw. zu wem man kommt. Planbar ist wenig, vielleicht die Daten, in unserem Fall: Aufenthalt der Franzosen in Aschaffenburg vom 12. bis 19. April, Gegenbesuch in der Bretagne (Perros-Guirec) vom 9. bis 17. Mai. Doch auch schon die Termine sind auf das französische Schuljahr mit den langen Sommerferien, die schon Ende Juni beginnen, abgestimmt. Wettermäßig hätten die Franzosen im April das schlechtere Ende erwischen müssen, wir mit dem Wonnemonat Mai den Glücksgriff getan. Doch es kam anders. Es kommt immer anders. Doch davon später. Worauf ich hinaus will, ist, dass es eben genau diese Erfahrung ist, nämlich dass nicht alles voraussehbar ist, die einen weiterbringt, auch wenn es im ersten Moment nicht so aussieht. Es kann schon mal passieren, dass man tagelang Hummer vorgesetzt bekommt, wovon andere träumen, was einem aber nichts hilft, wenn man selber gerne Pizza essen würde. Oder dass die ganze Familie einer Zockerbude gleicht, wo Vater und Söhne ihre ganze Freizeit vor dem Computer verbringen. Oder man in einer Familie mit geschiedenen Eltern landet und ein paar Tage bei der Mutter verbringt, dann zum Vater zieht. So ist das Leben eben. Andererseits kann es auch passieren, dass es einen in ein großes Haus direkt am Meer verschlägt, die Geschwister oder die Oma des Austauschpartners sich als der Sechser im Lotto entpuppen. Das Zauberwort heißt „Anpassung“. Wer sich nicht auf die verschiedenen Situationen einstellt bzw. seine Wünsche äußert oder klipp und klar sagt, was er will, für den kann so ein Austausch schon auch zu einer Härteprobe werden. Aber für viele ist auch das eine wertvolle Erfahrung, die einen in jedem Fall weiterbringt, mehr als alle Hochglanz-Urlaube zusammen. Wie bei einer normalen Reise üblich haben auch wir Programm gemacht. Wir waren auf dem Mont Saint-Michel, in Saint-Malo, haben einen schöne Wanderung an der Côte du Granit Rose gemacht, sind mit dem Schiff zu den Sieben Inseln gefahren – so heißt übrigens auch unsere Partnerschule: Collège Les Sept- Iles, „Schule der Sieben Inseln“ schön, nicht? – einige Hartgesottene haben sogar im Meer „gebadet“, wenn man ein einmaliges Eintauchen bei 14°Grad Luft- und Wassertemperatur als Baden bezeichnen kann, aber na gut. Doch über all‘ diese bekannten touristischen Aktivitäten hinaus, haben wir eben auch das Leben in einer französischen Familie kennen gelernt und konnten einen Einblick in das französische Schulleben gewinnen, wenn wir nicht wegen Störung des Unterrichts vorzeitig rausgeschmissen worden wären, gell…? Wo kann man das sonst, wenn nicht anlässlich eines Austausches. Und das Wetter? Die Franzosen hatten bei ihrem Besuch das große Los gezogen, es war der Frühling wie er im Buche steht, wir in der Bretagne sind wenigstens fast nicht nass geworden und können bestätigen, was die Redensart meint:

„Auch in der Bretagne gibt es schönes Wetter, sogar drei Mal am Tag.“

 

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