Neuer „Pfeifen-Nachwuchs“ am FDG

Fußball-Schiedsrichter-Kurs findet bereits zum zweiten Mal statt – 15 (!) Teilnehmer

Zu Schuljahresbeginn haben sich im OGS-Kurs ,,Schiedsrichter“ 1 Mädchen und 14 Jungen dazu entschlossen, geprüfte Schiedsrichter zu werden. Unter Leitung von StRBV Simon Marx, der selbst aktiver Referee ist, stand im ersten Halbjahr vor allem die theoretische Regelkenntnis im Fokus. Schon bald merkten die Schüler, dass es gar nicht so einfach ist, Fußballregeln detailliert anwenden zu können. Einige Fragen haben es durchaus in sich, denn selbst scheinbar unmögliche Situationen muss der Schiedsrichter in der Theorie sicher beherrschen, damit er auf alles im Spiel vorbereitet ist!

Hier mal drei Beispiele! Könntest du die Fragen beantworten?

  1. Der Schiedsrichter hat in der Annahme, der Ball würde ins Tor gehen, gepfiffen. Der Ball springt jedoch von der Innenkante des Torpfostens zurück ins Spielfeld und wird erst dann im Nachschuss verwandelt. Wie und wo wird das Spiel fortgesetzt?
  1. Kann der SR eine Torentscheidung zurücknehmen, wenn der Torschütze vor dem Anstoß zu einem Mitspieler für den SR deutlich hörbar sagt: „Den Ball habe ich mit der Hand ins Tor geschlagen.“ Antwort mit Erläuterung der Entscheidung und Spielfortsetzung!
  1. Aus taktischen Gründen verlässt ein Spieler das Spielfeld an der Seitenlinie, um einen Gegner zu umlaufen. Als er etwa einen Meter außerhalb des Spielfelds ist, wird er vom Gegenspieler unsportlich festgehalten und zu Fall bringt. Entscheidung und Spielfortsetzung 

Während der intensiven Regelarbeit konnte Herr Marx im Januar und Februar zwei aktive Jung-Referees, die Spiele bis zur Herren-Kreisliga pfeifen, für ein Regelreferat gewinnen. Fabian Ritter (19, Heinrichtshal) und Maurizio Luis Ronconi (17, Kahl) berichteten von ihren ersten Spielen, ihrer Laufbahn und von prägenden Ereignissen. Dabei wurden im kalten und verregneten Winter wenigstens im Klassenzimmer Spielszenen nachgespielt und die Reaktion der Referee-Azubis in der Rolle des Schiedsrichters erörtert. So mancher tat sich dabei in Stresssituationen wie Rudelbildungen oder Meckereien schwer, die Rolle des Schlichters einzunehmen. Gar nicht so leicht!

Im April stand dann das alljährliche Mädchen-Turnier des FDG auf dem Programm. Am Sportplatz in Damm durften die Teilnehmer zum ersten Mal bei einem Spiel in die Pfeife trällern. Alina Dorschner, selbst letztjährige erfolgreiche Absolventin der Schiedsrichter-Prüfung am FDG und Herr Marx begleiteten die Schiedsrichter bei ihren ersten Spielen. Wann pfeife ich? Wann lasse ich weiterspielen? Welche Gestik wende ich an? Wie sieht ein falscher Einwurf aus? Wie muss ich einen Spieler ansprechen? Wie ist das Lauf- und Stellungsspiel des Schiedsrichters zu gestalten? Diese sehr praktischen Aspekte der Spielleitung konnten bei den fairen Spielen gut eingeübt werden. Da war so mancher richtig stolz, als das Spiel vorbei war. Der Lerneffekt war auch anderweitig hoch: Ein Schiedsrichter-Neuling war von einem erzielten Tor so begeistert, dass er bei seiner Partie als Schiedsrichter nach der Torerzielung das Jubeln anfing! Gut, dass wir die Problematik dieser Aktion gleich besprechen konnten.

Am ersten Mittwoch nach den Pfingst-Ferien stellten die Prüflinge ihr theoretisches Wissen und ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis. Wir wünschen allen ,,Pfeifen“ für ihre ersten Spiele beim Bayerischen Fußball-Verband viel Erfolg!

 

 

Antworten zu den Regelfragen:
Zu 1. Das Tor darf nicht zählen. Fehler des Schiedsrichters, da er das Spiel fälschlicherweise unterbrochen hat! Jetzt: Schiedsrichter-Ball, wo der Ball bei der Unterbrechung durch den Schiedsrichter war (hier auf der Torraumlinie). Ein Schiedsrichter-Ball darf nicht im Torraum ausgeführt werden. Der Schiedsrichter muss seinen eigenen Fehler im Spielbericht melden. 

Zu 2. Ja! Verwarnung für den Spieler wegen Handspiels (=Gelbe Karte). Das Spiel wird mit direktem Freistoß für die Abwehrmannschaft fortgesetzt, dort wo das Handspiel erfolgte. 

Zu 3. Der Spieler darf aus taktischen Gründen, hier zum Umlaufen des Gegenspielers, das Feld verlassen. Er wird nun außerhalb des Feldes gefoult. Da außerhalb des Feldes kein direkter Freistoß ausgeführt werden kann, wird der Freistoß auf die Seitenlinie verlegt. Wegen des unsportlichen Haltens gibt es eine Verwarnung (=Gelbe Karte).

 

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