„Ich bin eine Nachtigall“ – Abschiedsinterview mit Herrn Schmitt

 

Anlässlich seines Ruhestands wurde Herr Schmitt zu seinem Wirken am FDG befragt:

Herr Schmitt, wo sind Sie am 8. September, wenn die Schule wieder beginnt?

An einem, hoffentlich leeren Strand, an der Nordsee.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten im Ruhestand? Welche Pläne haben Sie?

Morgens ausschlafen zu können (bin eine „Nachtigall“) und gemeinsam mit meiner Frau noch viele Länder der Erde zu bereisen.

 

Was werden Sie am FDG vermissen?

Die Arbeit mit den guten, wissbegierigen Schülern (ein paar davon gibt’s auch noch am FDG!!), meine Fußballmädels sowie den Kollegensport Basketball.

 

Welche/r SchülerInnen wird Ihnen in Erinnerung bleiben und warum?

Davon gibt es einige, unter denen Ilka Bischofs (Abi-Jahrgang 1996) aber herausragt. Ich konnte dazu beitragen, dass im Studium ihre Wahl auf das Fach Physik fiel. Dieses schloss sie 2005 sehr erfolgreich mit dem Carl-Ramsauer-Preis für die beste Nachwuchswissenschaftlerin in Berlin ab. Nach Erhalt dieser Auszeichnung kam sie nochmals ans FDG und bedankte sich bei mir für meinen Unterricht, eine seltene, aber für einen Lehrer guttuende Wertschätzung.

 

Sie gelten bei den SchülerInnen als „harter Hund“, ist das ein Fluch oder ein Segen?

Wie kommt es zu einem solchen Ruf? Ich denke, dazu haben über die Jahre hinweg ein gut vorbereiteter, niveauvoller und interessanter Unterricht sowie ein konsequentes, für die Schüler damit aber auch berechenbares pädagogisches Verhalten beigetragen. So bot ich kaum Angriffsfläche und konnte auch von meinen Schülern ein Mindestniveau einfordern. Im Nachhinein würde ich sagen, dass dieser Ruf viel mehr Segen als Fluch war.

 

Jahrelang waren Sie auch Seminarlehrer für Physik am FDG. Was sind bzw. waren ihre pädagogischen Grundsätze, die Sie den jungen KollegInnen mitgegeben haben?

Sie sollen in jeder Stunde die Freude am Unterrichten und vor allem die Freude am Fach Physik mit seinem hohen Alltagsbezug den Schülern vermitteln. Auch sollen sie nie mehr von den SchülerInnen verlangen, als sie bereit sind zu geben. Ein Lehrer muss stets für seine Schüler in allen Bereichen ein verlässliches Vorbild sein.

 

Sie sind mit Ihrer eigenen Schulzeit insgesamt 45 Jahre am FDG. Was hat sich in den Jahrzehnten Ihres pädagogischen Wirkens verändert, zum Positiven und zum Negativen?

aus der Abiturzeitung von Herrn Schmitt

Positiv war der Wandel des FDG von der knallharten Ausleseschule meiner Schulzeit (unsere Abi-Zeitung trug 1975 den bezeichnenden Titel „20 kamen durch“) zu einem Gymnasium mit gutem Niveau und angenehmer Arbeitsatmosphäre in den 90er und 2000er Jahren.

 

 Bedenklich sehe ich an unserer Schule den Verlust sowohl an Niveau als auch an Um-gangsformen in den letzten Jahren. Ich hoffe, dass es Herrn Richter gelingt, die in diesem Schuljahr begonnene Trendwende erfolgreich fortzusetzen.

 

 

 

Wie sähe ihre ideale Schule aus oder anders gefragt, was müsste am FDG verbessert werden?

Das Leistungsniveau ist in sehr vielen Klassen am FDG zu heterogen, was einen für alle Kinder erfolgreichen Unterricht erschwert. Ich wünsche mir, dass das Kollegium wieder mehr Mut beweist, und notfalls auch gegen den Wunsch von Schulleitung oder Eltern pädagogisch im Sinne des Kindes zu entscheiden.

 

Was haben Sie in der Zeit als Lehrer über sich selbst gelernt?

Dass es sich nicht lohnt, sich über manche Dinge aufzuregen und dass man sich selbst auch nicht so ernst nehmen soll.

 

Herr Schmitt, vielen Dank für das Interview! Alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!

 

 

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