Französisch-Vorlesewettbewerb der 6.Klassen – Ist Lesen eine Kunst?

Lesen, schreiben, rechnen, das klingt verdächtig nach Grundschule. Am Gymnasium lohnt es sich doch gar nicht, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. Es ist doch wohl selbstverständlich, dass unsere Kinder lesen können. Wozu dann ein Wettbewerb?

Nun ja, hier ging es ja auch nicht um das schlichte Lesen eines Textes, sondern, wie jeder bemerkt hat, der die Überschrift aufmerksam gelesen hat, ums Vor-lesen, also um den Vortrag eines Textes, noch dazu eines fremdsprachigen Textes, vor einem Publikum, das gekommen war, um zuzuhören, sich bestenfalls unterhalten zu lassen, in unserem Fall, kritisch zuzuhören, denn es sollte ja der oder die Beste ermittelt werden.

Die Teilnehmer, vier Mädchen und zwei Jungen der 6.Klassen hatten sich auf diesen Auftritt gut vorbereitet und die Ausscheidungen in ihren jeweiligen Klassen für sich entschieden. In der ersten Runde galt es, einen bekannten und trainierten Text vorzutragen. Einige zogen alle Register: hier musste man die Stimme verändern, dort eine kleine, aber wichtige Pause einlegen, mal schneller, mal langsamer, mal leiser, mal lauter sprechen. Das gelang den meisten noch sehr gut.  Die Jury, die jungen Damen und Herren der Französischklasse 11 von Frau Leboulanger, konnte sich aber davon überzeugen, wie schwer es war, vor allem den unbekannten Text fehlerfrei vorzulesen,  der den Schülern in der zweiten Runde vorgelegt wurde. So ganz spontan all die kleinen Feinheiten der gesprochenen französischen Sprache zu berücksichtigen, z.B. die stimmhaften von den stimmlosen Lauten zu unterscheiden und über keinen Nasal zu stolpern, dies zu beherrschen kann doch wohl mit Fug und Recht als Kunst bezeichnet werden.

Der nach einhelliger Meinung größte Meister seines Fachs war Joel (6e). Auf den zweiten Platz kam Tom Aulbach. Bronze ging an Luisa (6e). Die weiteren Finalisten waren in alphabetischer Reihenfolge: Kimberly, Sandra (beide 6d) und Kim (6f), die ihre Sache auch allesamt sehr gut machten.

Als Preise gab es den neuesten Asterix-Band, sowie DVDs mit den Geschichten von „Petit Nicolas“. Mögen alle weiterhin Spaß an der der Sprache haben!

Peter Gerl

 

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