Exkursion zum Bestattungsinstitut „Pegasus“

Nachdem unsere Klassen 10a/10d sich intensiv im Fach Katholische Religionslehre mit dem Thema „Tod“ beschäftigten,machten wir schließlich eine Exkursion zum Bestattungsinstitut „Pegasus“ in Damm. Mit dabei waren unsere beiden Lehrkräfte, Frau Mierau und Frau Winkler, die diesen Besuch für uns organisierten. Am 20.02.2020 ging es um 08:15 Uhr mit gemischten Gefühlen mit dem Bus nach Damm. Die meisten von uns hatten bis zum heutigen Tag noch keinen Kontakt mit solch einem Institut, weshalb Anspannung und Aufregung der Gruppe anzumerken waren. Auch Bedenken, was uns dort erwarten würde, blieben nicht aus. Trotzdem standen wir kurze Zeit später, entschlossen und gespannt, vor dem Eingang des Bestattungsinstituts. Wir wurden sehr herzlich empfangen von Frau Keena, einer der beiden Geschäftsführerinnen. Sie erklärte uns zunächst, dass sie „Pegasus“ zusammen mit ihrer Kollegin Frau Heilos gegründet hat und es ihr gemeinsames Lebenswerk ist. Das Ungewöhnliche an ihr war, dass sie nicht schon immer Bestatterin gewesen ist, sondern ursprünglich als freiberufliche Hebamme gearbeitet hat. Mit ihrer offenen und herzlichen Art gab uns Frau Keena anschließend einen Rundgang durch das Gebäude. Unsere Vorstellung, dass ein Bestattungsinstitut ein trauriger und trister Ort ist, wurde durch die schöne und liebevolle Gestaltung der Räume sogleich aus dem Weg geräumt. Als Erstes zeigte sie uns die Besprechungsräume, welche nach dem indischen Feng Shui eingerichtet wurden. Außerdem erklärte sie uns kleine Details, wie zum Beispiel der Eichenboden, der Halt und Kraft liefern soll. Das Besondere sind die regelmäßigen Vernissagen zum großen Themenfeld Leben und Tod, die in einem großen Raum stattfinden. Mit dem besonderen Konzept der kulturellen Ausrichtung des Instituts wird deutlich, wie sehr den beiden Geschäftsführerinnen daran liegt, über das Leben reflektieren zu können und den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen. Ein weiterer, sehr spannender Aspekt war der Weg in den Keller. Jedoch widerfuhren uns dort keine unangenehmen Eindrücke. Nein, im Gegenteil, die warme, schöne Raumgestaltung überraschte uns alle. Die sanften Erdtöne der Wände und die wohldurchdachte Konzeption ließen den Raum des Abschiednehmens sowie den Bereich der Sarg-Ausstellung in behutsamer und tröstlicher Atmosphäre erscheinen. Außerdem erklärte Frau Keena uns den spirituellen Hintergrund ihres Denkens und verglich ihre Auffassung zu Leben und Tod mit einer Medaille. Die eine Seite stellt die Geburt dar und die andere den Tod. Damit wollte sie uns zeigen, dass wir keine Angst vor dem Tod haben müssen, da er im Leben einfach dazugehört und daher präsent ist. In einem abgetrennten Bereich befand sich nun noch eine kleine Auswahl an Kinder-Särgen und Urnen. Dadurch wurde uns wieder bewusst, dass der Tod auch vor den Jüngsten keinen Halt macht. Danach ging es weiter in einen Raum, der von den Farben dem Himmel ähnelte. Dort befanden sich zwei Kühlkammern, da Kinder und Erwachsene getrennt aufbewahrt werden. Leichenwäsche wird dort eher selten vorgenommen, berichtete Frau Keena, da das meistens schon im Krankenhaus oder bei dem Verstorbenen selbst daheim erledigt wird. Zum Schluss nahm sie sich die Zeit, jede unserer vielen Fragen einzeln zu beantworten. Das kleine Highlight war letztlich, dass jeder, der dies wollte, sich in einen Sarg legen durfte. Wenn das nicht mal eine Erfahrung gewesen ist! Letztendlich haben sich meine Auffassungen zum Thema Tod nicht komplett geändert, aber immerhin habe ich nun einige Vorurteile beseitigen können. Zum Beispiel, dass man den Tod und dessen Verwesungsprozess nicht unbedingt riechen muss. Und es ist wichtig, eine richtige Trauerbegleitung zu haben. Interessant war auch das allgemeine Interesse, den Beruf eines Bestatters näher kennenlernen zu dürfen. Nach diesem ereignisreichen Morgen ging es für uns wieder zu Fuß zurück zum FDG.

Katharina Gehrhus, 10a
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