Europa vor Ort erkunden

Europa vor Ort erkunden – Schüler des FDG zu Besuch im „Open Innovation Lab für angewandte Lasertechnik und Photonik“
„Deutschland ist die Melkkuh der EU und füttert alle anderen nur durch.“ – Dieses Vorurteil ist auch unter jungen Leuten weit verbreitet. Dabei wissen die wenigsten, dass die EU Projekte auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft finanziell unterstützt.
So erhält das von der Hochschule Aschaffenburg initiierte „Open Innovation Lab“ in Obernburg jährlich 2,7 Millionen Euro an Fördergeldern aus EU-Mitteln. Was dort konkret mit den Fördermitteln gemacht wird, konnten Schüler der Q11 des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums am 27.6.17 vor Ort im Industrie Center Obernburg (ICO) erfahren.
Dazu eingeladen hatte uns der Verein „Bürger Europas e.V.“, der sich für den europäischen Gedanken stark macht und die Vorteile der Europäischen Union konkret aufzeigen will.
Ebenfalls anwesend war bei der Veranstaltung der Landtagsabgeordnete Dr. Hans Jürgen Fahn, der auch Mitglied im Europaausschuss ist. Er erläuterte den Einfluss und die Auswirkungen der Europapolitik in der Region. So werden mittels Fördergelder Industrieprojekte sowie landwirtschaftliche Betriebe hier am Untermain unterstützt. Außerdem werden die Schlösser und Wanderwege mitfinanziert. Auch das Erasmus-Programm wird durch die Europäische Union ermöglicht, beispielsweise konnte das FDG bereits letztes Jahr an einem Schüleraustausch mit Schottland teilnehmen. Als Tipp hat uns Herr Dr. Fahn mit auf den Weg gegeben, zu den Wahlen zu gehen und von unserem Stimmrecht auch Gebrauch zu machen.
Vor allem gab es viele interessante Informationen zur Lasertechnik durch Prof. Ralf Hellmann, der sich an der Hochschule Aschaffenburg mit Photonik beschäftigt und Initiator und Leiter des Open Innovation Lab ist. Wir erfuhren, dass Lasertechnik auch als Querschnittstechnologie bezeichnet wird, was bedeutet, dass sie für mehrere Anwendungsgebiete bzw. Wirtschaftszweige relevant ist. Anwendung findet sie beispielsweise verstärkt in der individualisierten Medizintechnik. So ist es dank des 3D-Laserdrucks z.B. möglich, auf den individuellen Patienten zugeschnittene Prothesen, Hüftpfannen etc. zu produzieren.
Das Open Innovation Lab bietet für Firmen und Unternehmen technisches Know-How an und stellt für die Erprobung innovativer Herstellungsverfahren auch die entsprechenden Geräte zur Verfügung, was sich sonst klein- und mittelständische Unternehmen gar nicht leisten könnten. Mittlerweile gibt es Kooperationen mit über 150 größeren und kleineren Unternehmen, sogar über Ländergrenzen hinweg. Der Vorteil für die Unternehmen besteht darin, dass sie direkt die Labore im ICO für Versuche nutzen können und die Maschinen und das fachkundige Personal bereits vor Ort sind.
Nach den Vorträgen bekamen wir noch eine Führung durch das „Open Innovation Lab“. Hier erklärten uns Prof. Dr. Edelmann und Doktoranden die Funktionsweise der verschiedenen Lasersysteme wie den 3D- Drucker.
Es war eine interessante Veranstaltung und wir konnten viele neue Einblicke in Politik und Wissenschaft gewinnen.
Luca Fuso, Q11

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