Dem Himmel so nah – Maturafahrt der Q11 in die Schweiz

Unsere Maturafahrt in die Schweiz stand heuer unter dem Motto „Die schönsten Alpenpässe der Schweiz in einem Zug – Kulinarische Genussreisen mit Krenz & Koller“. Die Reise begann für uns zunächst um halb acht morgens am Aschaffenburger Hauptbahnhof. Gleich der erste Zug hatte, wie man es von der Deutschen Bahn gewohnt ist, gut eine halbe Stunde Verspätung. Damit war stilgemäß der erste Anschlusszug verpasst und wir freuten uns über den Verspätungsgutschein von 25%, außerdem hatten wir die Möglichkeit, ein exklusives amerikanisches Café im Frankfurter Hauptbahnhof zu besuchen. Weiter ging es über Frankfurt, Basel und Zürich, wo uns in unserem Zwischenstopp von circa zwei Stunden noch rasch eine Stadtführung angeboten wurde. Das Tagesziel Scoul-Tarasp erreichten wir zur allgemeinen Freude pünktlich zum Abendessen, wir fuhren ja in einem Schweizer Zug. Bei einem kurzen Spaziergang nach dem Essen bot sich noch Gelegenheit zur spontanen Schneeballschlacht, die vor allem für Herrn Krenz nicht gut ausging.
Am nächsten Morgen durften wir die herrliche Aussicht beim Frühstück auf der Terrasse bewundern. Gut gestärkt und ausgeschlafen waren wir also bereit, gleich am ersten Tag, eine ausgiebige Wanderung anzutreten, bei der es mehr als 1200 Höhenmeter hinauf- und natürlich auch wieder hinunterging. Weil wir nicht den richtigen Weg gefunden hatten, mussten wir die ersten hundert Höhenmeter auf einer Skipiste bewältigen, was für uns alle zum schweißtreibenden Ereignis wurde. Nach 900 Metern stießen auch die etwas Wanderfaulen, die diese Strecke mit der Gondel zurückgelegt hatten, schließlich zu uns. Das wurde erst einmal gefeiert mit einem köstlichen Picknick – wetterbedingt in der Seilbahnstation. Auf dem Abstieg sahen wir sogar noch seltene Murmeltiere, wenig später hatte David noch seine mühsam mit hinaufgetragene Flugdrohne gestartet. Abends war der Großteil der Gruppe so erschöpft, dass sie in der Jugendherberge blieben und sich die Zeit mit Gemeinschaftsspielen vertrieben.
Tag drei sollte eher regnerisch werden. Trotz alledem machte sich die Gruppe nach dem Frühstück auf den Weg zu einer leichten Wanderung zu einem Moorsee. Gegen Mittag erreichten wir einen der landschaftlichen Höhepunkte des Ausflugs, eine schweizerische Tiefgarage, in der wir kurzerhand beschlossen zu picknicken, um dem andauernden Regen zu entkommen. Nachdem für das leibliche Wohl gesorgt war, fuhren einige auf direktem Wege mit dem Postauto, Schweizerisch für Postbus, zurück in die Unterkunft, die Hartgesottenen unter uns liefen die Strecke zurück. Der Tag endete gemütlich mit dem Besuch des Dorffestes.
Den Sonntag haben in vollen Zügen genossen, im wahrsten Sinne des Wortes, wir waren nämlich den ganzen Tag auf Schienen unterwegs. Ins italienische Tirano führte uns die weltbekannte und wunderschöne Bernina-Strecke, von dort fuhren wir wieder zurück in die Schweiz und am späten Nachmittag erreichten endlich unser endgültiges Ziel: die Schweizerische Bundesstadt BERN.
Am Montagvormittag nahmen wir an einer Führung durch das Berner Bundeshaus, das Schweizerische (Teilzeit-)Parlamentsgebäude, teil. Dort lernten wir vieles über die Geschichte und das politische System der Schweiz. Doch hatten wir kaum Zeit zum Verweilen, denn am Nachmittag ging es weiter mit dem Zug (wie auch sonst) nach Genf. Hier kamen dann auch die Physikfreaks auf ihre Kosten, als wir den Teilchenbeschleuniger CERN besichtigen durften. Ein ehemaliger Mitarbeiter machte uns in einer umfassenden Führung mit den Geheimnissen der Teilchenwelt vertraut. Selbst absolute Laien konnten dazulernen – etwa das sich nichts, aber wirklich auch gar nichts, schneller als mit der Geschwindigkeit des Lichts bewegen kann. Das Abendessen wurde an diesem Tag im Zug serviert. Wie üblich gab es wieder Brot, Käse, Wurst und zum Nachtisch Schweizer Schoggi.
Der vorletzte Tag startete wieder in Bern mit einer Stadtführung von Herr Krenz und Frau Koller. Dabei sahen wir die Wahrzeichen der Stadt, die drei echten Berner Bären. Nachmittags wurde der perfekte Tag mit dem heissersehnten (Schweizerische Schreibweise!) Aareschwumm vollendet. Direkt neben dem Flussbad liegt günstigerweise Berns angeblich beste Eisdiele, sehr zur Freude der Maturafahrer.
Die Heimreise ging über einige Umwege. Um die Einkaufsbedürfnisse von Herrn Krenz zu stillen, mussten wir nochmals durch die halbe Schweiz fahren. Zunächst stand ein Besuch der Lieblingsschoggifabrik von Herr Krenz in Fribourg an, wo viele der Schüler ihre letzten Franken lassen mussten. Übrigens ist Fribourg ein wunderschönes Städtchen, das nicht nur ein mittelalterliches Stadtbild, sondern auch eine technisch hoch interessant betriebene Standseilbahn hat. Weiter ging es nach Luzern, wo wir an einer kurzen Dampferfahrt über den Vierwaldstätter See teilnahmen. Davor versetzten wir einen Schweizer Buschauffeur in Schockstarre, als wir eine Minute vor Abfahrt mit 24 Leuten in den Bus einsteigen wollten und dieser somit zwei Minuten verspätet abgefahren ist. Der letzte Zwischenstopp der Heimreise war in Zürich. Einige der Schüler, die noch Geld übrighatten, konnten ein vegetarisches Restaurant direkt am Bahnhof testen und sich so für die letzte Etappe der Reise nochmals stärken. Der einzige Zug, der Verspätung hatte in der Schweiz war der von Zürich HB nach Basel, weil wir kurzfristig die Tür blockieren mussten, damit die Teilnehmer in aller Ruhe ihre Käsevorräte verstauen konnten. Gegen Mitternacht schließlich kamen alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen wohlbehalten in Aschaffenburg an.
Merci vielmals an Herrn Krenz und Frau Koller, die durch ihre Organisation die Schweizfahrt für uns zu einer Woche machten, über die wir noch lange reden werden.
Hopp Schwyz und G‘sundheit!
Lennart Spielmann und Viviana Gecui

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