Das Europaparlament zu Gast am Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg

Eine „Bedienungsanleitung“ für Europa in zwei Stunden

„Geht heute doch nachhause und erzählt Euren Eltern, wie wichtig die Europawahl am 26. Mai ist“, mit diesem Ausruf fasste Tobias Winkler, der Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in München, die Kernbotschaft seines Besuchs am Aschaffenburger FDG zusammen.

 

Für das Europäische Parlament ist es gerade im Vorfeld der Europawahl sehr wichtig, junge Menschen von der Bedeutung der EU für ihr Leben zu informieren. Daher kam der Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments in München, Tobias Winkler, am 2. Mai ans Aschaffenburger Friedrich-Dessauer-Gymnasium. Ziel des Besuchs war einerseits die Vermittlung wichtiger Informationen über das Funktionieren der EU, andererseits der Austausch mit den Jugendlichen über ihre Fragen zum Thema Europa. An der Diskussion beteiligten sich die Klassen 9f, 9pc, 9pd, 10c und 10f, denn diese werden auch an der Juniorwahl zur Europawahl in der Woche vor dem 26. Mai teilnehmen. Dass Aschaffenburger Klassen an dieser europaweit durchgeführten Aktion teilnehmen, ist keineswegs selbstverständlich.

In einem ersten Schritt testete Tobias Winkler das Vorwissen der Klassen zum Thema Europa. Es galt, verschiedene Zahlen dem passenden europäischen Thema zuzuordnen. Nahe dran lagen die Klassen bei der Schätzfrage nach den Mitgliedstaaten – mit 26 lag die beste Antwort den korrekten 28 ziemlich nahe. Auch die Zahl 751 konnte schnell der (künftigen) Anzahl der Europaabgeordneten im neuen Parlament zugeordnet werden.

Gespannter und ein wenig ratloser wurden die Gesichter bei der Frage nach den historischen Grundlagen der EU. „Die EU ist als Friedensprojekt entstanden“, betonte Winkler die Ursprünge der Union. „Die geniale Idee des französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950 lautete: Kohle und Stahl werden künftig in Europa gemeinsam produziert, damit man nie mehr heimlich Waffen für Kriege bauen kann.“ Ausgehend von dieser Idee schlossen sich die sechs Gründerstaaten (D, F, I, BE, NL, Lux) 1951 zur Montanunion zusammen und 1957 zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Diese wurde 1993 dann zur Europäischen Union und am 26. Mai 2019 wählt Europa sein neues Parlament. Angesichts dessen, dass es dank der europäischen Zusammenarbeit seit 1945 die längste Friedensperiode in der europäischen Geschichte überhaupt gibt, sei es sehr wichtig, Interesse für diese Wahlen zu zeigen.

Winkler verdeutlichte den Jugendlichen an verschiedenen Beispielen, wie wichtig Europa für ihren Alltag sei. Dies ging vom günstigen Mobilfunk-Roaming über das Erasmus-Auslandsstudium bis hin zum besseren Schutz der Umwelt.

Die Schülerinnen und Schüler diskutierten engagiert mit. Eine Wortmeldung erkundigte sich, wie sich die Union gegen Mitgliedsstaaten wehren könne, die sich nicht an demokratische Werte hielten wie die derzeit stark kritisierten EU-Mitglieder Ungarn oder Polen. Andere Schüler fragten kritisch, weshalb die Ergebnisse der Juniorwahl erst nach den offiziellen Erwachsenenwahlen veröffentlicht werden dürften, dies entwerte doch den Wahlakt der Jugendlichen. Winkler erklärte, dass die Wahlen der Erwachsenen nicht beeinflusst werden sollten durch Vorabergebnisse. Er betonte, wie wichtig die Junioreuropawahl aber dennoch sei. Von den Erstwählern übten erschreckenderweise bis zu 70% ihr Wahlrecht nicht aus – eine Juniorwahl mache es hier möglich, Ängste vor Wahlen abzubauen und Jugendliche zu motivieren, mit 18 dann auch tatsächlich zur Wahl zu gehen.

„Redet mit Euren Eltern, berichtet ihnen von heute und sagt, warum es so wichtig ist, sich für Europa zu engagieren“, fasste Winkler seinen Besuch zusammen. „Nennt ihnen die Themen, die euch wichtig sind für diese Wahl und diskutiert in der Familie, welche Gründe für und welche Gründe gegen die verschiedenen Parteien sprechen – dann wird Demokratie lebendig und eure Familie ist für die Europawahl am 26. Mai vorbereitet!“

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