Schülerforum EU-Tag

Am 04.05.2016 besuchten einige Schüler aus der Q11 das Hanns-Seidel-Gymnasium in Hösbach, um an einem Schülerforum der Europa-Union teilzunehmen.

Im Rahmen der Europa-Woche veranstaltete die Europa-Union Aschaffenburg eine Diskussionsveranstaltung im Hans-Seidel-Gymnasium in Hösbach zu der 300 Schüler aus Aschaffenburger Schulen vom Vorsitzenden der Europa-Union Aschaffenburg Dieter Schornick eingeladen wurden. Dabei sollte vor allem das Interesse der Jugendlichen an der aktuell angespannten Lage in Europa geweckt und kritische Themen, wie TTIP, der Umgang mit der Türkei und der BrExit diskutiert werden.

Nach kurzer Vorbesprechung beim gemeinsamen Mittagessen fanden sich alle Teilnehmer, dank der Organisation von Herr Krenz, welcher die Gruppe begleitete, rechtzeitig im Pausenhof des HSG wieder. Selbst Herr Krenz, der die Strecke mit dem Fahrrad bestritt, traf noch vor Beginn der Veranstaltung ein. Eröffnet wurde eben diese mit der Europa-Hymne, welche die Big Band des HSG vorspielte und darauffolgend mit den Eröffnungsreden der Veranstalter und der Rektorin des Gymnasiums. Sogar der bayrische Justizminister Winfried Bausback (CSU) war angereist und betonte in seiner Rede besonders die Bedeutung eines geeinten Europas, vor allem für die Jugend, für die die EU nicht wegzudenken ist. Zur Auflockerung wurde der Nachmittag unter anderem auch von zwei Chor-Klassen musikalisch untermalt, die „We are the World“ sangen.

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In die offene Diskussion stieg Moderator Stephan Noll nach der Vorstellung der Diskussionsteilnehmer mit der Frage ein „Was ist für sie Europa?“. Und so stellten die Bundestagsabgeordneten Andrea Lindholz (CSU) und Detlef Seif (CDU), sowie Europarats-Mitglied Gerhard Ermischer und Dieter Schornick ihre Vorstellungen und Ansichten zur Europäischen Union, aber auch zur europäischen Gemeinschaft dar. Die ersten Fragen der Schüler drehen auch besonders um diese Wertgemeinschaft, denn es wurden viele Fragen zum Umgang mit der Türkei als Verhandlungspartner in der Flüchtlingspolitik gestellt und die Politiker stimmten zu. Erdogan sei eine „zwielichtige und komplizierte Figur“, so Europa-Politiker Detlef Seif. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde auf Seiten der Schüler für ihre Haltung zur Böhmermann-Affäre kritisiert und die große Kritik am Freihandelsabkommen TTIP – die fehlende Transparenz – angesprochen. Diese Fragen beantworteten sie erstaunlich nachvollziehbar und konnten Viele bezüglich des „Schmähgedichts“ aufklären, zum Beispiel indem Detlef Seif Böhmermanns Wortlaut verlas. TTIP wurde als „wichtiges Handelsabkommen“ bezeichnet und, im Gegensatz zu den meisten Medienberichten, die wichtigsten Vorteile genannt.

Begeistert waren die Schüler nach dem langen Nachmittag, aber vor allem von den Antworten und Ausführungen der Politiker und vom Informationsgehalt den diese Veranstaltung bot. Die Politiker mal jenseits der Bildschirme „live“ zu sehen war für die meisten eine spannende Erfahrung.

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Auch der regionale Fernsehsender main.tv drehte einen kleinen Clip.

Autor: Julian Staab Q11

Bilder: Alexander Staudinger Q11

Ein Interview mit jugendlichen Flüchtlingen am FDG

Pausenlos befassen sich die Nachrichten, Politik-Talkshows und sogar der Tatort damit. Flüchtlinge sind das Thema Nummer eins auch in vielen Unterrichtsfächern. Doch so wirklich mit ihnen in Kontakt gekommen, nur um mal die Distanz zur kalten Nachrichtenerstattung los zu werden, sind bis jetzt nur wenige. Um das zu ändern, haben Schüler der Q12 unter der Leitung ihrer Deutschlehrerin Frau Fischer, ein Interview mit fünf jugendlichen Asylbewerbern, die derzeit am FDG in zwei Übergangsklassen Deutsch lernen, geführt.

Mit den etwa gleichaltrigen Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Irak, und Eritrea konnten sich die deutschen Schüler in den verschiedensten Sprachen verständigen. Da viele Flüchtlinge kaum Englisch sprechen und während ihres zweimonatigen Deutschland-Aufenthaltes nur wenige Brocken Deutsch aufgeschnappt haben, war es zunächst schwierig, den Kontakt aufzubauen. Glücklicherweise fand sich ein Farsi sprechender Schüler der Q12, der sich fließend mit einem afghanischen Jugendlichen  verständigen konnte, was schließlich auch zum Aufbrechen der Vertrauensbarriere führte, so dass man sich fortan auch ernstere Themen anzusprechen traute.
Etwa 30 Flüchtlinge besuchen eine speziell für sie eingerichtete Klasse an unserer Schule. Hier erhalten sie von 9:00 – 17:00 Uhr vor allem Deutschunterricht. Die von unterschiedlichen Wohnheimen kommenden Jugendlichen müssen den Weg zur Schule jeden Morgen selbstständig bestreiten. Dabei hat bisher noch keiner der Schüler einen einzigen Unterrichtstag versäumt. Sie sind froh darüber, dass ihnen die Möglichkeit geboten wird, die deutsche Sprache zu erlernen und schätzen den Wert jeder einzelnen Unterrichtsminute. Emotional ergriffen schildern einzelne von ihnen den abenteuerlichen Fluchtweg, den sie bewältigen mussten, um endlich in Deutschland anzukommen. Oft hatten sie auf der Flucht, die im Auto, zu Wasser und zu Fuß stattfand,  nicht mehr als einen Rucksack dabei und nicht selten auch nur einen Teil der Familie, erklärt ein 17- jähriger syrischer Junge, der ohne seine Schwester, nur mit Mutter und Tante geflohen ist.

Doch auch in Deutschland sind sie nicht frei von Angst. Sie fürchten sich davor, wieder in ihre Heimat abgeschoben zu werden. Die lange Ungewissheit, die durch die komplizierten Aufnahmeverfahren entsteht, macht ihnen zu schaffen. In Flüchtlingskreisen ist Schweden daher beliebter, da das Prozedere dort schneller von statten geht. Fürs erste hoffen sie jetzt aber nur das Beste und konzentrieren sich ausschließlich auf das Erlernen der deutschen Sprache, um irgendwann in Deutschland Fuß zu fassen zu können. Auf die Schlussfrage, was ihnen an Aschaffenburg gefalle, antworteten die Schüler, dass sie fasziniert von der Altstadt sind. Die idyllische Atmosphäre, die das Aschaffenburger Schloss zusammen mit dem Main verkörpert, ist für sie etwas Besonderes und ermöglicht ihnen für einen kurzen Moment abzuschalten und alle Ängste und Sorgen zu vergessen.
Die jungen Flüchtlinge fühlen sich wohl in Aschaffenburg und wollen nicht in ein Land zurückkehren, in dem sie um ihr Leben fürchten müssen.

Johannes, Omid  (Q 12.8)

Die interviewten Flüchtlinge sind aus Personenschutzgründen nicht abgebildet.

 

 

Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung zu Gast am FDG

Am Mittwoch, den 14.10 besuchte Frau Engelberg, Mitarbeiterin des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung (kurz HIIK), das FDG, um vier Kursen der zwölften Klassen etwas über ihre Arbeit beim HIIK und die aktuellen Konflikte der Welt zu erzählen. Frau Engelberg ist eine langjährige Mitarbeiterin des HIIK, mittlerweile Mitglied des Gremiums und beschäftigt sich mit Konflikten in Mittelamerika wie zum Beispiel dem Drogenkrieg in Mexiko.

Hervorgegangen aus einem 1990 gegründeten Studentenverein, kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter um die Erforschung, Dokumentation und Auswertung inner- und zwischenstaatlicher Konflikte und erstellen aufgrund der Datengrundlage jährlich ein „Konfliktbarometer“. In dieser Analyse des globalen Konfliktgeschehens unterscheiden fünf Intensitätsstufen die Form eines Konfliktes: 1 Disput, 2 gewaltlose Krise, 3 gewaltsame Krise, 4 begrenzter Krieg und 5 Krieg. Laut dem Konfliktbarometer des Jahres 2014 gab es insgesamt 21 Kriege, unter anderem in Syrien und der Ukraine. Zur Berechnung der Intensitäten verwendet das Institut die Indikatoren Waffen, Personal, Todesopfer, Flüchtlinge und Zerstörung. Hierzu sammeln sie Daten aus glaubwürdigen Quellen wie internationalen und regionalen Zeitungen, aber auch sozialen Netzwerken und Blogs. Finanziert wird die Arbeit des HIIK durch den Verkauf der Publikationen, Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Das Institut befasst sich mit politischen Konflikten, welche definiert werden als eine Differenz zwischen mindestens zwei oder mehreren Akteuren, wobei die staatliche Kernfunktion oder völkerrechtliche Ordnung bedroht sind oder die Gefahr dieser Bedrohung besteht. Konfliktgegenstände können sowohl materielle wie auch immaterielle Güter sein, die eine gesamtgesellschaftliche Relevanz besitzen. Interstaatlich sind Konfliktgegenstände meist Territorien oder internationale Macht, wohingegen intrastaatlich meist um nationale Macht oder Autonomie gestritten wird.

Heute ist die Zahl der Kriege auf der Welt deutlich erhöht, die Höhepunkte jedoch fanden Anfang der 1990er Jahre statt. Die innerstaatlichen Kriege, deren Intensität zugenommen hat, dominieren, dafür wird die Zahl der zwischenstaatlichen Kriege immer weniger. Vorwiegend finden Kriege in Entwicklungsländern finden statt, dort sind sie schwer zu regeln und werden selten durch internationale Organisationen beendet.

Der Vortrag über die Arbeit des HIIK war sehr interessant und wir wollen uns dafür bei der Vertreterin des HIIK, Frau Engelberg, bedanken.

Pauline Schnepper, Kelly Fuchs (Q12/4)

Wer erfahren möchte, wo im Jahr 2014 weltweit kriegerische Konflikte tobten, kann sich anhand des Materials der HIIK informieren:

Violent conflicts

Sozialkunde – Projekt „Internationale Friedenssicherung“

Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts der Q 12 beschäftigten sich die Schüler im zweiten Halbjahr mit dem Thema „Frieden und Sicherheit als Aufgaben der internationalen Politik“.
In Projektarbeit vertieften sich die Schülerinnen und Schüler anhand eines selbstgewählten Beispiels mit der Thematik: Dazu gehörten die Analyse der Hintergrunde eines internationalen Konfliktfalls, das Aufzeigen möglicher Folgen für den internationalen Frieden  und die Sicherheit sowie das Erläutern der möglichen Maßnahmen internationaler Organisationen wie die UNO oder NATO oder wie oder ein loser Staatenverbund auf den Konflikt reagiert.
Im Folgenden möchte der Kurs die Leser anhand einiger exemplarischer Arbeiten (die darin ursprünglich enthaltenen Bilder, Karten, Grafiken und sonstige Veranschaulichungen wurden aus rechtlichen Gründen entfernt) auf die Thematik aufmerksam machen und zum Denken anregen:

Besuch der Staatskanzlei in München

Anfang dieses Monats hieß es für uns 40 Schüler aus zwei der zehnten Klassen früh aufzustehen. Dank Herrn Dr. Rufs guten Beziehungen konnten wir eine Fahrt in die Landeshauptstadt München unternehmen. Abfahrtszeit war um fünf Uhr morgens. So konnte uns auch der immer dichter werdende Verkehr keinen allzu großen Strich durch die Rechnung machen. Einigermaßen pünktlich kamen wir schließlich an – und wurden auch schon erwartet: Eine Klasse durfte sich das „Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ anschauen, die andere das „Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat“ (so die vollen Namen). Zuerst gab es eine Brotzeit, dann wurde mit dem Programm begonnen. Wir erfuhren in Vorträgen etwas zur Geschichte des Gebäudes, was genau ein Ministerium ist, welche Aufgaben das Finanzministerium hat und vieles mehr. Nach dem Mittagessen in der Kantine traten wir in einem Europa-Quiz gegeneinander an. Im Anschluss daran durften wir uns das Gebäude und das Büro des Staatssekretärs Füracker anschauen, der aber leider nicht da war. Im Vorbeilaufen begegnete uns sogar Staatsminister Dr. Söder. Bevor wir das Finanzministerium verließen, wurde uns erklärt, was es mit der Staatskanzlei auf sich hat. Dann machten wir uns auf den 500 Meter langen Weg dorthin, wo wir auch den anderen wieder begegneten. In einer Führung dort gab es beispielsweise den Presseraum zu sehen, den man aus dem Fernsehen kennt. Wegen Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür sah alles aber ein wenig anders aus. Gegen halb vier Uhr war das Programm zu Ende, und wir hatten Zeit, um München zu erkunden. Da fanden wir es auch gar nicht so schlimm, dass unser Busfahrer Ruhezeiten einhalten musste und wir deshalb erst gegen 20 Uhr wieder abfahren konnten. Auch die leichte Müdigkeit am nächsten Tag nahmen wir gerne in Kauf. Denn wer hat schon die Möglichkeit, sich ein Ministerium von innen anzusehen und sogar die Staatskanzlei besuchen zu dürfen!

Vielen Dank an Herrn Dr. Ruf für die gesamte Organisation und an die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ministerien und in der Staatskanzlei, die sich Zeit für uns genommen haben um uns alles zu erklären!

Am FDG erleben wie europäische Politik funktioniert – Planspiel zur Einwanderungs- und Asylpolitik

Um besser zu verstehen, wie die europäische Gesetzgebung funktioniert, fand am 28.01 und 29.01.16 am FDG eine Politik-Simulation für etwa sechzig Schüler statt. Diese Simulationsspiele werden deutschlandweit im Auftrag des Europäischen Parlaments durchgeführt. Die Thematik des Planspiels war sehr aktuell und brisant, nämlich die Einwanderungs- und Asylpolitik  auf europäischer Ebene.

Die Schüler wurden zu fast gleich großen Gruppen in das Parlament und den Ministerrat aufgeteilt, jeweils mit zwei Präsidenten als Vorsitzende. Jeder Schüler erhielt sein eigenes, individuelles Rollenprofil mit kurzen Informationen zum fiktiven Werdegang, der politischen Einstellung und Diskussionsansätzen. Am Ende von intensiven und teils auch recht hitzigen Verhandlungen stand eine Abstimmung beider Organe. In der Simulation am FDG kam es bis zum Vermittlungsausschuss. Trotz der dort geschlossenen Kompromisse scheiterten die neuen Gesetze schließlich doch, da im Ministerrat ein paar wenige Länder stur auf ihren nationalen Interessen verharrten.

Durch die Simulation kann man besser nachvollziehen, wie die EU funktioniert, was beim bloßen Lernen von einer Darstellung im Schulbuch nicht so leichtverständlich wäre. Was man allerdings auch merken konnte, ist, wie schwerfällig der komplette Gesetzgebungsapparat ist und wie schwierig eine Einigung erreicht wird. Abgerundet wurden die beiden Tage durch einen Fragestunde mit der EU-Abgeordneten Kerstin Westphal, die viel von ihrer Arbeit erzählte und sich auch nicht scheute, mit den Schülern kontrovers zu diskutieren.

Verfasst von Schülern des FDG

„Willkommen in Aschaffenburg“ – ein Flüchtlingsprojekt der Stadt Aschaffenburg

Einen Einblick in die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Aschaffenburg bot Bürgermeisterin Jessica Euler, die am 27. und 28.10.2015 für die 11. und 12. Klassen einen Vortrag hielt und anschließend zur Diskussion einlud. Als Leiterin des Referats für Schul- und Sozialverwaltung  ist Frau Euler auch für die dezentrale Unterbringung der Asylbewerber in Aschaffenburg zuständig und leitet das Flüchtlingsprojekt „Willkommen in Aschaffenburg“.

Zuerst gab Frau Euler einen kurzen historischen Rückblick auf die Flüchtlingsproblematik in den achtziger Jahren in Aschaffenburg, die im Vergleich zu der gegenwärtigen Situation weitaus entspannter war. Zu dieser Zeit mussten nur insgesamt 20 Asylbewerber aufgenommen werden, seit September letzten Jahres sind es wöchentlich zwischen 16 und 23 Personen. Momentan beherbergt die Stadt Aschaffenburg insgesamt ca. 1200 Schutzsuchende. Großteile der Flüchtlinge kommen aus Syrien, der Ukraine und den Balkanländern. Wenn diese in Deutschland ankommen, werden sie zuerst in sogenannten Erstaufnahmeeinrichtungen (für Unterfranken in Schweinfurt) und Notfallunterbringungen (z.B. in der Erbighalle Aschaffenburg) versorgt, wo für jeden Flüchtling ein Datenblatt erstellt wird, in dem Informationen über Nationalität, Alter, Familie und gegebenenfalls Beruf zu finden sind. Anhand dieser Informationen werden die Asylbewerber auf dezentrale Unterkünfte verteilt. In Aschaffenburg befinden sich momentan ca. 500 Flüchtlinge in sogenannten Gemeinschaftsunterkünften, die die Stadt angemietet hat.

Frau Euler erklärte auch die grundlegenden Säulen des Projekts für die dezentrale Unterbringung der Asylbewerber. Die erste Herausforderung bestünde darin, geeignete Immobilien in Form von leerstehenden Wohnungen, Wohnhäusern und Bürogebäuden ausfindig zu machen, ohne dem Aschaffenburger Wohungsmarkt, der ohnehin schon angespannt ist, weitere Wohnungen zu entziehen. Da die Flüchtlinge auch beschäftigt werden müssen, gibt es eine Vielzahl von Projekten, organisiert durch Schulen, Vereine, Arbeitskreise und freiwillige Helfer. So werden beispielsweise Schwimmunterricht,  Spielenachmittage und ein „Talent-Campus“ für Jugendliche angeboten. Auch städtische Schulen wie das FDG stellen Räume für Übergangsklassen und Deutschunterricht zur Verfügung, der laut Euler essenziell ist. Auch einigen extra geschulten Bürgern mit Migrationshintergrund wird die Betreuung der Flüchtlinge anvertraut. Des Weiteren soll den Flüchtlingen in sogenannten „Sprach-Cafés“ durch Kontakt mit ehrenamtlichen Helfern Alltagsdeutsch nähergebracht werden. Notfalls auch durch Verständigung „mit Händen und Füßen“. In Aschaffenburg kommen zwar viele Familien an, doch darunter befinden sich auch zahlreiche Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren, größtenteils Jungen, die alleine geflohen sind.  Derzeit werden  37 Jugendliche in der Auhofstraße gemeinsam untergebracht.

Da laut Euler nicht jeder Flüchtling langfristig aufgenommen werden kann, werden viele Asylbewerber wieder abgeschoben oder zur freiwilligen Ausreise bewegt. Die meisten abgelehnten Asylbewerber stammen aus den Balkanländern, da diese Staaten als sichere Herkunftsländer gelten.

Nachdem Frau Euler ihren engagierten und interessanten Vortrag beendet hatte, war genug Zeit für Schüler und Lehrer, Fragen zu stellen. Hierbei wurden einige Bedenken bezüglich der Unterbringung und der sozialen und kulturellen Integration geäußert, die jedoch größtenteils von der Bürgermeisterin entkräftet werden konnten.

Wir danken Frau Euler für ihren informativen und sehr aufschlussreichen Vortrag am Friedrich-Dessauer-Gymnasium.

Melanie Kronenberger und Elisa Herzing, Q12/6

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Besuch im Bayerischen Landtag und Justizministerium

Am  22.06.15  fuhren wir, die Klasse 10b, auf  Einladung des bayerischen Justizministers Winfried Bausback und der Aschaffenburger Landtagsabgeordneten Judith Gerlach nach München, um dort den Justizpalast sowie das Maximilianeum zu besichtigen.

Es sollte ein spannender, informativer aber auch langer Tag werden, denn bereits um 5:15 Uhr trafen wir uns am Volksfestplatz. Außer uns als einzige Schulklasse nahmen auch andere Gruppen und Einzelpersonen an der Fahrt  teil, weshalb gar zwei komplett volle Busse den Weg in die Landeshauptstadt antraten. Nach langer, aber glücklicherweise weitestgehend staufreier Fahrt erreichten wir gegen 11 Uhr die Prielmayerstraße, in der sich der Justizpalast befindet. Nach ausgiebiger Sicherheitskontrolle wurden wir von zwei jungen Damen empfangen, die uns durch das Ministerium führten. Zwar war der „Weiße-Rose-Gedenksaal“ wegen Bauarbeiten gesperrt, trotzdem bekamen wir einen Einblick in die riesige Bibliothek und das Büro von Herrn Bausback.

Daraufhin brachte uns der Bus ins Maximilianeum, wo seit 1949 der Sitz des Bayerischen Landtages ist. Dort übernahm Minister Bausback die Leitung und führte uns durch die beindruckenden Räumlichkeiten. Im Fraktionsraum der CSU bekamen wir durch einen Film umfangreiche Informationen  über die Arbeit im Landtag. Zum Abschluss der Besichtigung durften wir einmal erfahren, wie sich die Abgeordneten fühlen und im Plenarsaal Platz nehmen. In lockerer Atmosphäre stellten sich hier die beiden Aschaffenburger Landtagsabgeordneten all unseren Fragen und antworteten stets humorvoll und umfangreich. So erfuhren wir, wie und warum beide in der Politik aktiv wurden, von den Startschwierigkeiten Gerlachs als Jüngste des Landtages oder wie man sich den Alltag als Abgeordneter vorzustellen hat. So wurde uns klar, dass Politik mehr ist als nur „mal in die Sitzung kommen,  wenn man gerade Lust hat“, sondern mir viel Zeitaufwand und Stress verbunden ist. Die wichtigen Entscheidungen werden beispielsweise meist im kleinen Kreis in verschieden Ausschüssen, denen die Politiker angehören, getroffen und weniger in den öffentlichen Sitzungen, was erklärt, dass dort die Plätze meist nicht alle besetzt sind.

Danach genossen wir noch zwei freie Stunden in München, die auf unterschiedlichste Weise mit shoppen, essen und Sightseeing verbracht wurden, bevor es dann gegen 18:30 Uhr Abfahrt gen Heimat hieß. Um 23:00 Uhr erreichten wir schließlich Aschaffenburg völlig übermüdet, aber mit vielen neuen Erkenntnissen.
Niklas Reibenspiess, Daniel Kling, 10b

Bundeswehroffizier diskutiert mit Q 12 über „Systeme kollektiver Sicherheit“

Im Februar bot sich der Q12 eine einmalige Gelegenheit: zwei Schulstunden lang hatte sie die Möglichkeit, bei einem Vortrag eines Jugendoffiziers der Bundeswehr Fragen zu stellen und mehr über dessen Arbeit zu erfahren. Der Jugendoffizier, Herr Voß, begann seinen Bericht damit, etwas über seine Person und die Anfänge seiner Karriere bei der Bundeswehr zu erzählen und gewann die Aufmerksamkeit der Schüler besonders durch ein Bilderquiz über Politik und den Themenbereich, den er in der folgenden Stunde den Zuhörern näherbrachte: die Systeme kollektiver Sicherheit. Aber was genau bedeutet eigentlich Sicherheit? Diese Frage eröffnete Herr Voß den Schülern und die Ergebnisse waren breit gefächert: Von persönlichen Bedürfnissen wie ein schützendes Zuhause oder Nahrungssicherheit bis zu nationalem Frieden. Die NATO sei eine Organisation, die durch die Zusammenarbeit vieler verschiedener Länder genau das schaffen wolle: Frieden und Sicherheit. Doch dies erweist sich noch heute als schwere Aufgabe. Auch die Bundeswehr, die der Jugendoffizier vertrat, hat sich internationale Sicherheit als Ziel gesetzt. Zu ihren Aufgaben zählen deswegen unter anderem die Terrorismusbekämpfung, die Landesverteidigung, humanitäre Hilfe und Krisenbewältigung. National entscheidet aber nicht die Bundeswehr selbst, sondern der Bundestag, ob ein Auslandseinsatz in Frage kommt, international entscheidet dies sogar die NATO. Jedoch stellte Herr Voß auch klar, dass Katastrophen und Spannungen trotz vieler Sicherheitsmaßnahmen schwer zu verhindern seien und somit auch die daraus resultierenden Krisenherde und Konflikte. Da diese Konflikte nicht nur diplomatisch, sondern auch militärisch oder mit Gewalt zu lösen versucht werden, entstehen immer mehr Flüchtlingsströme, für die viele große Flüchtlingslager errichtet wurden. Durch den vermehrten militärischen Einsatz ergeben sich neue Diskussionen: Gefährdet das Aufrüsten die Sicherheit oder ist das Gegenteil der Fall? Welche Staaten besonders instabil sind, zeigte Herr Voß anhand einer aussagekräftigen Karte. Auch auf das Konfliktpotenzial von Drogenhandel ging er ein, dieser führe zu organisierter Kriminalität. Ein anderes Beispiel für organisierte Kriminalität seien Cyberangriffe, durch die man im schlimmsten Fall Atomkraftwerke kontrollieren könnte. Durch diese vielseitige Palette an potenziellen Gefahren sei es unumgänglich, nicht nur in Sachen Waffen, sondern auch im Bereich Computer und Serverschutz nachzurüsten. Doch besonders die Terrorismusbekämpfung sei extrem schwer: So kam es sogar im gut überwachten Russland zu unverminderten Anschlägen. Doch auch die Reaktionen und Einsätze der Länder gehen, beispielsweise bei der Terrormiliz IS, weit auseinander, offensichtlich ist aber, dass sich die USA als ‚Staatspolizei‘ nicht nur in der NATO eine Vormachtstellung gesichert hat. Schlussendlich erklärte der Jugendoffizier, dass Sicherheit sehr wichtig, die Sicherheitspolitik aber auch schwer zu bewältigen sei. Unter anderem spiele Geld zum zivilen Aufbau als auch der Aufbau von Armeen und der Polizei eine große Rolle. Dies und andere Themen regten so viele verschiedene Diskussionen zwischen den Schülern und Herr Voß an, dass einige Q12-ler sogar nach dem Läuten der Schulglocke damit fortfahren wollten. So kann man abschließend nur sagen, dass es ein sehr interessanter und gelungener Vortrag über die Bundeswehr und Systeme kollektiver Sicherheit war und es auf jeden Fall sinnvoll wäre, solch einen Vortrag auch für die kommenden Generationen an Zwölftklässlern anzubieten.

 

Elena Zahn, Q12

Justizminister Dr. Bausback besucht das FDG

Was ist gerecht?  –
Justizminister Dr. Winfried Bausback diskutiert mit Schülerinnen und Schülern der Q 11
Um grundsätzliche Fragen zu Recht und Gerechtigkeit drehte sich das Gespräch der Schülerinnen und Schüler der Q 11 mit dem bayerischen Justizminister Dr. Bausback, das am 30.6.2014 am Friedrich-Dessauer-Gymnasium stattfand. Der aus Aschaffenburg stammende Rechtsprofessor übt gleich mehrere politische Ämter aus: Neben seiner Tätigkeit als Justizminister ist er auch seit mehreren Jahren als Landtagsabgeordneter und als Aschaffenburger Stadtrat aktiv.
Nach einem kurzen Impulsvortrag zum Thema Gerechtigkeit, in dem Dr. Bausback rechtsstaatliche Grundsätze wie den Leitsatz „in dubio pro reo“ darlegte, ging der Staatsminister fachkundig und mit vielen anschaulichen Beispielen aus der Praxis auf die Fragen seines jungen Publikums ein. Um das immer häufiger eingesetzte Mediationsverfahren zum Ausgleich verschiedener Interessen zu veranschaulichen, griff er beispielsweise auf einen Streit um Fischereirechte in einem Indianerreservat zurück. Gefragt nach seiner Meinung zum Plan des BND, soziale Netzwerke in Echtzeit auszuspionieren, kritisierte Dr. Bausback, dass der Bürger einerseits aus freien Stücken
privateste Informationen über sich ins Netz stellt, dem Staat andererseits kaum Möglichkeiten einräumen will, damit dieser für Schutz und Sicherheit sorgen kann.
Einen Bericht über den Vortrag gibt es auch auf main.tv.
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