„Erinnerungsorte an die NS-Zwangsarbeit in Mitteleuropa“ in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Vom 16. bis zum 18.03.2016 besuchten acht Schüler aus der Q11 im Rahmen einer deutsch-tschechischen Jugendbegegnung die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg.

Nach der zum Glück reibungslosen Anfahrt mit ICE, Regional-Express und Bus fanden wir uns im Bildungszentrum der Gedenkstätte wieder. Dort sollte sich jede Teilnehmergruppe kurz vorstellen, worauf wir natürlich vorbereitet waren. Trotz technischer Probleme mit dem Beamer präsentierten wir unsere Schule und die Stadt. Danach gab es auch schon den ersten Workshop „Mein Bild vom Nationalsozialismus“, der in Deutsch, Englisch oder Tschechisch bearbeitet wurde. In Teams eingeteilt diskutierten wir über 22 Bilder aus verschiedenen Bereichen der NS-Zeit (Propaganda, Verfolgung, Novemberpogrom…) und entschieden uns für fünf Bilder, die den Nationalsozialismus am besten wiederspiegeln. Nach dem Abendessen fuhren wir via Bus nach Tachov in Tschechien, wo sich unser Hotel zur Übernachtung befand. Der Rest des Abends stand zur freien Verfügung.

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Nach dem Frühstück fuhren wir wieder nach Flossenbürg, um in diesmal nach Muttersprache getrennten Gruppen, zwei Seminare zu besuchen. Dort wurde uns ein kurzer NS-Propagandafilm zum Thema „Arbeiten in Deutschland“ gezeigt, der Ausländer anwerben sollte, um nach Deutschland zum Arbeiten zu kommen. Doch die Interviews mit Zeitzeugen, die wir danach sahen, zeichneten ein ganz anderes Bild von der „schönen Arbeit“ in Deutschland – nämlich Zwangsarbeit. Nach dem Mittagessen galt es dann einige Fragen zur neuen Wanderausstellung „Verlorenes Gedächtnis“ zu beantworten. In der Ausstellung, die noch bis 10. April geöffnet ist, werden 18 Außenlager des Stammlagers Flossenbürg in Deutsch und Tschechisch gezeigt. Sie erinnert an die NS-Zeit und schildert individuelle Geschichten einiger Überlebender. Danach konnte man noch an einer geführten Exkursion zur Burgruine Flossenbürg und dem Steinbruch, in dem früher die Zwangsarbeit betrieben wurde, teilnehmen. Pünktlich um 16:00 gab es die offizielle Eröffnung der eben erwähnten Ausstellung und zum Abschluss des Tages das einzigartige Abendessen im Restaurant Ve skala in Chodová Planá, das sich in einer Höhle befindet.

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Freitags gab es die Möglichkeit, sich die Dauerausstellung der Gedenkstätte selbst anzuschauen, wobei mir persönlich die 90 Minuten keineswegs reichten, die gesamte Ausstellung zu besuchen. Nach einer Abschlussreflexion und anschließender Verabschiedung machten wir uns auch wieder auf den Weg und erreichten dank funktionierender Planung nach fünfeinhalb Stunden Aschaffenburg Hbf – was sogar noch dafür reichte, sich das Theaterstück der Schule anzusehen.

Teilnehmer: Nino, Dennis, Felix, Tobias, Manuel, Anna, Helen, Julian

Autor: Julian Staab Q11

Bilder: Anna Schuhwerk Q11

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Projekttage – Geschichte trifft Geographie

An zwei Tagen im Jahr findet am FDG kein regulärer Unterricht statt, sondern in den sogenannten Projekttagen können die Schüler Wissen auf eine ganz andere Art erwerben: sei es auf Exkursionen, sei es bei Experimenten in der Schule,… Die 6. Klassen waren aufgeteilt: ein Tag Walderkundung, ein Tag Stadterkundung. In Zusammenarbeit der beiden Fächer Geographie und Geschichte wurde eine Stadtrallye durchgeführt, wobei die Schüler selbstständig mit Kompass und Karte eine festgelegte Route finden und ablaufen mussten und zahlreiche Aufgaben zu erledigen hatten. Dabei wurden fast alle historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt abgelaufen, die wirtschaftliche und geographische Situation der Stadt erforscht und – natürlich – auch ein Eis geschleckt. Nach etlichen Stunden dann lösten die Lehrer die Ergebnisse auf. Auf die Fähigkeiten unserer Schüler können wir wirklich stolz sein!

FDG gewinnt mit Filmbeitrag bei Weiße Rose Stiftung e. V.

Dritter Preis für die 9d mit dem Beitrag „Die Weiße Rose – Ein Kinotrailer“

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums veranstaltete die Weiße Rose Stiftung e.V. in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit den Schülerwettbewerb „Kreativer Umgang mit der Weißen Rose“, an dem auch die (ehemalige) Klasse 9d des FDG mit ihrer Geschichtslehrerin Frau Regina Stäb teilnahm. Obwohl sie zu den jüngsten Teilnehmern unter den konkurrierenden Klassen aus ganz Bayern gehörten, errangen die Neuntklässler des FDG den dritten Platz und ernteten viel Bewunderung und Lob, u.a. von der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Focus online.

Der Beitrag der 9d ist ein Kinotrailer, der in mehreren kurzen Szenen die Geschichte der Widerstandsgruppe Weiße Rose skizziert. Ein Trailer kann zwar das Thema in der vorgegebenen Kürze nicht ausreichend tiefgründig behandeln, er weckt aber die Neugier beim Zuschauer. Der Beitrag regt nicht nur zur Auseinandersetzung mit den Persönlichkeiten der Weißen Rose an – ihren Biographien, Ideen, Ambitionen und Überzeugungen, sondern auch mit der Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus.

Das Drehbuch zum Trailer arbeiteten die Neuntklässler selbstständig aus, nachdem sie gründlich die nötigen Informationen aus Schulbüchern, dem Internet und aus Dokumentations- sowie historischen Spielfilmen gesammelt hatten. Anschließend wendeten die Schüler das Wissen an und zeigten dabei ein hohes Maß an Kreativität beim Drehbuchschreiben, da sie mit relativ einfachen Mitteln versuchten die Geschichte zu präsentieren. Auch die Requisiten und die Drehorte auf dem Schulgelände wählten sie sorgfältig aus, um anschließend  in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen.

Dankenswerterweise wurde den Schülern die technische Ausrüstung für den Dreh von der Schule sowie dem JUKUZ Aschaffenburg zur Verfügung gestellt. Die aufwändige Nachbearbeitung der Szenen, musikalische Untermalung und Schnitt der Szenen übernahm schließlich ein Oberstufenschüler und verlieh dem Trailer damit den professionellen Schliff.

 

Mit Familie Dessauer auf Tuchfühlung – Besuch der Ausstellung „Aschaffenburg bunt durchleuchtet

Friedrich Dessauer – jeder an unserer Schule kennt diesen Namen. Aber kaum jemand weiß, wer dieser Friedrich Dessauer eigentlich war. Dieser Frage im Zusammenhang mit dem Thema „Leben im beginnenden Zeitalter der Industrialisierung“ ging der Grundkurs 11/4 im Rahmen der Ausstellung „Aschaffenburg bunt durchleuchtet“ auf den Grund. Diese zeigt die fast 200 Jahre lange Prägung Aschaffenburgs durch die bürgerliche Unternehmerfamilie Dessauer-Wiesner. Der erste dieser Familie in Aschaffenburg war Urahn Aron Baruch Dessauer, später umbenannt in Alois Dessauer.  1798 kam er, noch jüdischen Glaubens, in unsere Stadt und wurde katholisch. Er gründete 1811 eine Buntpapierfabrik und stellte seinen Arbeitern bereits damals eine Krankenversicherung und Wohnungen bereit. Neben dem Unternehmer Alois Dessauer gab es in den nachfolgenden Generationen auch Juristen, Offiziere, Röntgenologen und Wissenschaftler, wie beispielsweise der Namensgeber unserer Schule, Prof. Dr. Friedrich Dessauer. Dieser war ein hervorragender Schüler, der sich schon früh für Röntgenstrahlen interessierte und in seinem eigenen Labor experimentierte. Infolge einer Krankheit seines Bruders entwickelte er einen selbstgebauten Röntgenapparat, mit dem eine erfolgreiche Diagnose möglich war und dem jungen Dessauer große Aufmerksamkeit brachte. 1901 gründete er das „Elektronische Laboratorium“, in dem er 450 Menschen beschäftigte, und später sogar sein erstes eigenes Institut in Frankfurt am Main, aus dem später das Max-Planck-Institut hervorging. Auch politisch wurde Friedrich Dessauer aktiv: Als Reichstagsabgeordneter des Zentrums verfolgte er das Ziel, die Klassen als Verwirklichung der christlichen Lehre zu versöhnen. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Abstammung festgenommen, kam jedoch wieder frei und ging ins Exil nach Istanbul, wo er ebenso ein wissenschaftliches Institut errichten ließ. Sein Weg führte ihn schließlich in die Schweiz, wo er in Fribourg Experimentalphysik unterrichtete. Dennoch kehrte er 1953 nach Frankfurt zurück, wo Friedrich Dessauer, ebenso wie in Aschaffenburg, zum Ehrenbürger ernannt wurde.
Unser Kurs wurde von der „Ausstellungsmacherin“ und Nachfahrin Dessauers, Dr. Monika Ebert, geführt, die die Geschichte ihrer Familie sehr interessant darstellte. (Auf dem Foto rechts zu sehen.) In der Ausstellung sind Objekte der Familie Dessauer zu sehen, wie zum Beispiel der selbstentwickelte Röntgenapparat Friedrich Dessauers, zahlreiche Fotos aus den verschiedenen Jahrhunderten und schriftliche Aufzeichnungen.
Die Ausstellung „Aschaffenburg bunt durchleuchtet“ ist interessant gestaltet und weist eindrucksvolle Taten der Mitglieder der Familie Dessauer-Wiesner auf, welche unsere Stadt Aschaffenburg auch heute noch prägen. Ein Besuch der Ausstellung ist daher sehr empfehlenswert für alle, die etwas mehr über Aschaffenburg und die Dessauers wissen möchte.
Kelli-Nelli Fuchs, Q11.4

100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkriegs – Weltgeschichte lokal

Arbeitshilfen und Kopiervorlagen machen das Geschehen um den Kriegsausbruch konkret!
Anlässlich des 100. Jahrestags der „Julikrise“, die sinnbildlich für das Versagen der gesamten europäischen Diplomatie im Vorfeld des Ersten Weltkriegs steht, haben zwei Geschichtslehrkräfte des Aschaffenburger Friedrich-Dessauer-Gymnasiums und des Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasiums eine Materialsammlung für den Unterricht aus Beständen des Aschaffenburger Zeitungsarchivs angelegt. Damit soll den Schülerinnen und Schülern der Nachvollzug dieser historischen Ereignisse anhand lokaler Quellen ermöglicht werden. Die Veröffentlichung dieser Arbeitsunterlagen erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Stadt- und Stiftsarchivs Aschaffenburg (Zeitungsarchiv der Stadt Aschaffenburg), das die Genehmigung zum Abdruck bzw. zur Veröffentlichung und schulischen Verwendung der Textvorlagen erteilt hat und für weitere Anfragen jederzeit zur Verfügung steht.
Der Materialsammlung ist ein ausführliches Inhaltsverzeichnis beigegeben, das die Leitfragen bzw. das inhaltliche Erkenntnisinteresse des jeweiligen Arbeitsblattes zusammenfasst und so den Lehrkräften einen raschen Zugriff auf die einzelnen Kopiervorlagen ermöglichen möchte.
Bei dieser Version handelt es sich um eine erste Entwurfsversion, die an alle interessierten Lehrkräfte ausgegeben werden soll. Die beiden letzten Seiten sind aus technischen Gründen leider nur in unzureichender Auflösung abgedruckt. In einer künftigen Auflage sollen sie durch hochauflösende Fotos ersetzt werden, was in seltenen Fällen auch für einzelne Ausschnitte gilt, die ggf. in Kopie etwas schwerer zu lesen sind. In manchen Fällen kann es daher empfehlenswerter sein, einzelne Seiten stets auszudrucken, anstatt sie zu kopieren. Dennoch wurden alle erarbeiteten Vorlagen in dieser ersten Version belassen, damit Sie als Kolleginnen und Kollegen den Umfang und Aufbau unseres Vorschlags nachvollziehen und zum gesamten Projekt Anregungen abgeben können. In einer zweiten Version möchten wir diese Impulse gerne aufgreifen.
Dr. Jochen Krenz                                *                      Barbara Krebs-Eckstein
Friedrich-Dessauer-Gymnasium                                  Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium
Aschaffenburg, im Juli 2014

Sally Perel

Wie schafft man es, über 500 Schüler drei Stunden lang mucksmäuschenstill zu halten? Am Dienstag gelang dies Sally Perel aus Israel, der ihnen am Friedrich-Dessauer-Gymnasium aus seinem Leben erzählte. Als Zeitzeuge berichtete er über sein Schicksal im Dritten Reich, wie er sich als Jude ausgerechnet in der Hitlerjugend versteckte und hier der Vernichtung seines Volkes entging. Perels Leben ist bis heute durch dieses Erlebnis geprägt. Dazu erschien vor Jahren seine Autobiographie „Ich war Hitlerjunge Salomon“, die auch mit großem Erfolg verfilmt wurde. Jetzt war er in Aschaffenburg zu Gast, um den Schülern zu zeigen, wie wichtig es ist, Menschenliebe aktiv zu gestalten und das Leben zu lieben. Hass und Ausgrenzung können in einer Welt nach Auschwitz keinen Platz mehr haben, so sein Appell. Diese persönliche Wertevermittlung „aus erster Hand ist viel besser, als aus einem Buch zu lernen“, so die Schülerin Carmen Rachor. Trotz seiner 88 Jahre zog er die Schüler mit seinem lebendigen und humorvollen Vortrag in seinen Bann, Helen Sewald (9b) fand es „bewegend, weil man sich heute gar nicht vorstellen kann, dass es ein solches Schicksal gibt“. Da dies „die letzte Möglichkeit war, einen Zeitzeugen live zu erleben“ (Jonas Scheffauer), nahm auch die Schlange der Schüler beim Signieren der Bücher kein Ende.

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