Begegnung mit den Weltreligionen

Zum Schuljahresende  besuchte die Ethikklasse 6bde an zwei aufeinander folgenden Schultagen Gotteshäuser zweier  Weltreligionen. Am Freitag, den 11. 7. 2014 besichtigten wir die Synagoge Veitshöchheim.   Der prachtvolle Innenraum beeindruckte und mithilfe der Anleitung einer Museumspädagogin konnten die Schüler im Unterricht durchgenommene Kultgegenstände und Symbole des jüdischen Glaubens wiedererkennen bzw. lernten Neues hinzu. Auf den zweiten Blick  war für die Kinder das  leidvolle Schicksal der Veitshöchheimer Synagoge optisch erkennbar. Die Nationalsozialisten zerstörten nämlich  die Inneneinrichtung des Gebäudes und ebneten die Trümmer im Fußboden ein. Nach einer Nutzung als Feuerwehrhaus und als Kunstgalerie besann man sich 1986 auf die jüdische Tradition Veitshöchheims, barg die Einrichtungsteile und setzte den Raum  gemäß seines ursprünglichen Aussehens in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder instand. Risse und Schrunden blieben freilich für den heutigen Betrachter sichtbar.  Im angegliederten Museum werden  Gegenstände aus einer im Dachboden der Synagoge bei den Renovierungsarbeiten entdeckten „Genisa“   ausgestellt. In einem versteckten Hohlraum des Gebäudes  wurden Dokumente und Dinge aufbewahrt, die die Glaubensgemeinschaft nicht vernichten wollte, weil sie den Namen Gottes tragen.  Die Ausstellungsräume des Museums sind in einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus untergebracht. Im Obergeschoss dieses Hauses befindet sich eine „Laubhütte“, die die Bewohner dauerhaft eingerichtet haben um dort das Laubhüttenfest,  das an die Wüstenwanderung nach dem Auszug des jüdischen Volks aus Ägyptens erinnert, zu feiern. Etwas ermüdet durch die Fülle der Informationen gönnte sich die Klasse zum Abschluss der Exkursion etwas Entspannung bei Fußballspiel und Eisgenuss.

Am Montag, den 14.7. 2014 besuchte die selbe Ethikgruppe die Kocatepe-Moschee in Aschaffenburg.  Zehra Cingi, die in diesem Jahr am FDG Abitur gemacht hat, übt seit Kurzem die Funktion eines Jugendwarts in ihrer Gemeinde aus und hat sich angeboten uns vor Ort über Glaubenspraktiken und Gemeindeleben zu informieren. Einigen Schülern  ist die Kocatepe-Moschee allerdings bereits bekannt, sie besuchen das Freitagsgebet hier oder lassen sich am Wochenende von einem Hodscha im Lesen des Korans auf Arabisch unterweisen. Frau Cingi  berichtete aus aktuellem Anlass über die Fastengewohnheiten während des Ramadans und das anschließende Zuckerfest, klärte uns unter Anderem darüber auf, warum viele Musliminnen ein Kopftuch tragen und führte mit Unterstützung von kundigen Schülern Reinigungs- und Gebetsrituale vor.  Interessant war, dass sich uns Besuchern, die wir noch die Eindrücke des Synagogenbesuchs im Kopf hatten und auch das Christentum im Unterricht behandelten, einige Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Gebräuche der  Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam auffielen.

Julia Grundner

 

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