Anna Stock: Lila Wolken

2012 war »Lila Wolken« des deutschen Rappers Marteria ein Spätsommerhit und stand im Herbst des Jahres auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Für Anna Stock gab der Song den Anstoß, ihr Lebensgefühl und die Hoffnung der Vierzehnjährigen nach wochenlangem Kontaktverbot wegen Corona in ihrem ganz eigenen Ton wiederzugeben.

Audioversion:

Zum nachlesen:

Wir bleiben wach.
So lange wach, stellen uns auf ein Dach und schauen rauf.
Rauf in den glänzenden Himmel, wo es in den Fernen von Sternen nur so wimmelt,
Wo einen dieses dunkle Etwas irgendwann überkommt und man doch prompt
so geblendet von diesen funkelnden kleinen Dingern ist.
Hell im leichten Pastell und doch so leuchtend grell, dass ich denke ich werde blind.
Ja, wir bleiben wach bis die Wolken wieder lila sind.
Wir bauen uns einen riesigen Palast aus tausenden Träumen und perfekten Plänen.
Ohne Tränen, ohne uns zu beklagen, etwas aus Frust zu vertagen oder geschweige denn zu versagen.
Es stimmt, ich will einfach nur, dass man einmal gewinnt.
Denn wir haben ja Zeit bis die Wolken wieder lila sind.
Wir lassen überdimensional große, Mega-Luftballons steigen.
Rot, Grün, Gelb, Blau, um zu zeigen wie frei wir doch sind,
Rot um zu zeigen wie viel Liebe ich doch kriege,
Grün um zu zeigen wie glücklich man über kurz oder lang doch sein kann.
Denn im Endeffekt ziehen wir doch eigentlich alle am selben Strang.
Gelb, um zu zeigen, dass jeden Tag die Sonne für uns aufgeht,
die Erde sich so lange um sie dreht bis sie wieder am Horizont steht.
Ein neuer Tag beginnt,
Wir bleiben wach bis die Wolken wieder lila sind.
Und ich bin mir sicher, dass wir vielleicht irgendwann von unserem Dach fallen.
Wir fallen hart, doch landen weich.
Damit wir aufwachen.
Aufwachen, einmal tief Luft holen, unser Tun überdenken, uns eine neue Chance schenken, in eine andere Richtung lenken und dann vielleicht sogar anders weitermachen.
Wir warten einfach so lange, bis die Wolken wieder lila sind.
Und dann?
Dann lass uns mal ein Feuerwerk machen,
wir lassen es so richtig krachen,
wir lachen,
dass die anderen aufwachen.
Aber die werden uns schon verzeihen.
Wir stehen ja alle irgendwann auf,
denn unser Tag nimmt irgendwann sowieso seinen Lauf,
Es kommt der Moment, wo wir nach Freiheit streben,
jubelnd unsere Hände heben,
mit tosendem Applaus, ganz hoch hinaus
und für einen kurzen Augenblick mal stolz sind auf unser Leben,
Ja so etwas verzeiht man, so einen Moment.
Und dann machen wir alle zusammen Party bis die Wolken wieder lila sind.

Den Zeitungsartikel über den Kurs „Poetry Slam“ der Schülerakademie Untermain können Sie hier lesen:
Die Lautmalerei der Jugend

Speiseplan Mensa Vertretungsplan WebUntis Impressum

Friedrich-Dessauer-GymnasiumTel.(0 60 21) 8 48 26 - 40
Stadtbadstraße 4 Fax (0 60 21) 8 48 26 - 73
63741 AschaffenburgE-Mail sekretariat@fdg-online.de